Aktionärsvertreter: Linde übergeht Anleger bei Fusionsplänen

Aktionärsvertreter werfen dem Industriegasespezialisten Linde vor, die Anleger bei den Fusionsplänen mit Praxair zu übergehen. Bisher seien die Aktionäre weder einbezogen noch ausreichend informiert worden, kritisierte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz am Dienstag in Düsseldorf. Sie verlangte, dass die Fusionspläne den Anlegern auf der Linde-Hauptversammlung am 10. Mai zur Abstimmung vorgelegt werden.
07.03.2017 15:04

"Hier soll ein völlig neues Unternehmen entstehen - mit anderer Struktur, unter anderem Rechtsregime, mit einem deutlichen Schwerpunkt in den USA", erklärte DSW-Vizepräsidentin Daniela Bergdolt. "Linde, wie es die Aktionäre bisher kannten, würde aufhören zu existieren." Eine solche Entscheidung könne nicht "komplett an den Aktionären vorbei" getroffen werden, ergänzte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Zugleich pochte er im Zuge der Fusion auf ein Barabfindungsangebot, "was immerhin eine echte Wahlmöglichkeit für die Aktionäre darstellen würde".

Falls das Management nicht auf den Vorschlag eingeht und die Tagesordnung der Hauptversammlung entsprechend erweitert, will die DSW eine entsprechende Ergänzung der Agenda erreichen. Ein Linde-Sprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Zuletzt hatten Arbeitnehmervertreter Front gegen den Zusammenschluss gemacht, weil sie sich um die Mitbestimmung sowie mögliche Folgen für die Beschäftigten sorgen./csc/DP/stk

(AWP)