Akzo Nobel verkauft Spezialchemie an Finanzinvestoren

(Ausführliche Fassung) - Der niederländische Farbenhersteller Akzo Nobel hat Käufer für sein Spezialchemiegeschäft gefunden. Die Sparte soll für eine Bewertung von 10,1 Milliarden Euro inklusive Schulden an die Finanzinvestoren Carlyle und GIC gehen, wie Akzo Nobel am Dienstag in Amsterdam mitteilte. Davon erhalten die Niederländer zunächst 8,9 Milliarden Euro in bar, am Ende sollen nach Abzug von Kosten für Trennung und Verkauf rund 7,5 Milliarden Euro übrig bleiben. Den Grossteil davon will der Konzern seinen Aktionären zukommen lassen. Bis Ende des Jahres soll der Verkauf vollzogen sein.
27.03.2018 10:03

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten sehr gut an. Kurz nach Handelsstart an der Börse in Amsterdam legte der Kurs der Akzo-Papiere um 5,51 Prozent zu. So fällt die Bewertung der Sparte in dem Deal mit gut zehn Milliarden Euro rund eine Milliarde höher aus, als mit der Sache vertraute Personen bisher erwartet hatten.

Der Verkauf war Teil des Abwehrkampfs gegen die Komplettübernahme von Akzo durch den US-Konzern PPG. Mit dem Hedgefonds Elliott gibt es einen Burgfrieden. Der vom aktivistischen Investor Paul Singer geleitete Fonds wollte eigentlich, dass PPG Industries Akzo übernimmt. Dagegen hatten sich die Niederländer erfolgreich gewehrt. Spätere Fusionsgespräche mit dem US-Wettbewerber Axalta wurden ergebnislos beendet.

Akzo Nobel will sich künftig auf Farben und Lacke konzentrieren. Das Unternehmen hatte vor fast einem Jahr bekanntgegeben, das Spezialchemie-Geschäft binnen zwölf Monaten abzuspalten und das Geld an die Aktionäre auszuschütten. Dabei wurde sowohl ein Verkauf als auch ein Börsengang als Möglichkeiten genannt. Dem Verkauf an Carlyle und GIC müssen die zuständigen Behörden noch zustimmen.

An dem Spezialchemiegeschäft war auch dem deutschen Konzern Lanxess Interesse nachgesagt worden. Die Kölner schieden jedoch laut eines Medienberichts Mitte März aus dem Bieterrennen aus./nas/stw/men/jha/

(AWP)