Allianz-Chef Bäte geht auf interne Kritiker zu - Übernahmen weiter im Fokus

Allianz-Chef Oliver Bäte will nach interner Kritik an seinem Modernisierungskurs auf seine Kritiker zugehen. "Ich werde mich künftig mehr um die Betreuung des mittleren Managements kümmern", sagte der Chef von Europas grösstem Versicherer dem Magazin "Wirtschaftswoche" laut einem Vorab vom Freitag. Konzerninterne Kritiker werfen Bäte dem Blatt zufolge vor, sich bei dem Umbau zu verzetteln, der die Allianz fit fürs digitale Zeitalter machen soll. Durch die Fülle der Massnahmen sei keine klare Richtung zu erkennen.
03.02.2017 09:17

Bäte verteidigte seinen Kurs, er habe eine "klare Agenda für die vielen Veränderungen da draussen". Allerdings seien die Zeiten vorbei, "in denen wir den Einheiten ein fertig geschriebenes Handbuch vorlegen, in dem steht, wie das Geschäft geht".

Dabei rüttelt der Manager an der Eigenständigkeit der Allianz-Landesgesellschaften, will Doppelstrukturen abschaffen und plant länderübergreifende Produkte und Lösungen. Die Zentrale werde den Ländern nicht mehr nur Vorgaben zu den jährlichen Erträgen machen, stellte er klar. Damit bringt er die Landeschefs dem Bericht zufolge gegen sich auf. Um den Austausch zu verbessern, will er nun ein Komitee mit Vertretern der 13 wichtigsten Landesgesellschaften einrichten, das sich vier Mal im Jahr mit dem Konzernvorstand treffen soll.

Auf Übernahmen will Bäte nicht verzichten. "Wir müssen auch in Wachstum investieren", sagte er. "Wer nicht wächst, stirbt." Medienberichten zufolge verhandelt die Allianz mit dem australischen Versicherer QBE über eine Übernahme. QBE hat aber bereits abgeblockt. Die Allianz will sich zu den Spekulationen nicht äussern. Verbesserungsbedarf sieht der Manager beim Verhältnis zur Allianz Deutschland. Der "Wirtschaftswoche" zufolge hatte es dort zuletzt Kritik an den hohen Gewinnabführungen an die Konzernmutter gegeben. Die grösste Konzerntochter müsse auch investieren können, sagte Bäte nun./stw/stk/stb

(AWP)