Allianz-Chef schliesst Übernahmen trotz Aktienrückkaufs nicht aus

Allianz-Chef Oliver Bäte schliesst grössere Übernahmen für Europas grössten Versicherer trotz des milliardenschweren Aktienrückkaufs nicht aus. "Wir sind so stark aufgestellt - wir können beides", sagte der Chef des Dax-Konzerns am Freitag bei der Bilanzvorlage in München. Bei Zukäufen will er sich aber nicht unter Druck setzen lassen. "Wir suchen nicht krampfhaft nach irgendeiner Transaktion, wir haben sehr gute Möglichkeiten, organisch zu wachsen."
17.02.2017 10:46

Die Allianz hatte am Donnerstagabend bekanntgegeben, dass sie für bis zu drei Milliarden Euro eigene Aktien zurückkauft. Das Geld stammt aus dem unverbrauchten Übernahmebudget des Konzerns, das er in den vergangenen Jahren angehäuft hatte.

Nach Übernahmezielen schaut sich Bäte weiterhin um. Dabei gehe es um mögliche Ergänzungen im Sachversicherungsgeschäft. Zu Ländern, in denen die Allianz zukaufen könnte, wollte er sich nicht äussern. Im Januar hatte es Gerüchte gegeben, die Allianz interessiere sich für den australischen Versicherer QBE und Teile des italienischen Versicherers Generali . "Die Frage ist, für welches Unternehmen kann ich welchen Preis bezahlen", sagte Bäte. Dafür habe die Allianz strenge Richtlinien.

Zudem streute der Manager Zweifel an Übernahmegerüchten. "Wenn mein Aktienkurs niedrig ist, ist das beste, was ich machen kann, zu sagen: Jemand anders will mich kaufen." Bei solchen Spekulationen in der Branche bekomme die Allianz als gut aufgestellter Versicherer schnell in die Rolle des möglichen Kaufinteressenten. Zu dem angeblichen Interesse an QBE sagte er lediglich: "So wie es in der Zeitung stand, war es nicht richtig."/stw/fbr

(AWP)