Allianz Leben übertrifft neue Kapitalanforderungen deutlich

Die Allianz hat die verschärften Kapitalanforderungen in ihrem deutschen Lebensversicherungsgeschäft locker erfüllt. Auch ohne die Anwendung erleichternder Übergangsregeln erreichte der grösste deutsche Lebensversicherer Allianz Leben Ende 2016 eine Solvabilitätsquote von 379 Prozent, wie die Allianz Deutschland am Montag mitteilte. Die hiesigen Versicherer müssen bis zu diesem Tag erstmals die Quoten für ihre einzelnen Versicherungsgesellschaften veröffentlichen. Sie sollen zeigen, wie gut die Unternehmen für Finanzmarktkrisen und andere Extremereignisse gerüstet sind. Werte von unter 100 Prozent gelten als kritisch.
22.05.2017 11:01

Um diese Marke nicht zu reissen, können die Versicherer in den ersten 16 Jahren erleichternde Übergangsmassnahmen in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern hat die Allianz Leben darauf verzichtet. Sonst hätte ihre Quote 660 Prozent betragen. Wegen unterschiedlicher Berechnungsweisen sind die Quoten unterschiedlicher Versicherer untereinander nur schwer vergleichbar. Experten warnen auch davor, diese Zahlen als einzige Kenngrösse für die Stabilität eines Versicherers heranzuziehen.

Nach den seit 2016 geltenden Kapital- und Aufsichtsregeln "Solvency II" sollen Versicherer über so viel Kapital verfügen, dass sie selbst extreme Ereignisse verkraften können, die im Mittel nur alle 200 Jahre zu erwarten sind. Dazu zählen etwa Grossschäden durch verheerende Naturkatastrophen sowie extreme Turbulenzen an Aktien- und Anleihemärkten./stw/jha/stb

(AWP)