Allreal profitiert von Stockwerkverkäufen und verdient unter dem Strich mehr

(Zusammenfassung mit Aussagen aus Medienkonferenz) - Allreal hat im Geschäftsjahr 2016 bei einer tieferen Gesamtleistung unter dem Strich etwas mehr verdient. Insbesondere von Stockwerkverkäufen hat die Immobiliengesellschaft mit eigener Generalunternehmung profitiert. Das Vermietungsgeschäft entwickelte sich in etwa stabil, wobei der Leerstand deutlich abgenommen hat. Für 2017 stellt das Management um CEO Roger Herzog einen leichten Rückgang beim operativen Unternehmensergebnis in Aussicht. Die Aktionäre sollen eine gehaltene Dividende erhalten. An der Börse werden die Neuigkeiten verhalten aufgenommen.
28.02.2017 17:10

Die Erträge aus Vermietung und Verwaltung von Liegenschaften und das von der Generalunternehmung abgewickelte Projektvolumen ergaben 2016 eine Gesamtleistung von 671,7 Mio CHF, was einer Abnahme um 15% entspricht. Dabei gingen die Mieterträge lediglich um 0,9% auf 173,3 Mio zurück, wie Allreal am Dienstag mitteilt. Das Unternehmen hatte sich in der Berichtsperiode von Anlageliegenschaften getrennt.

Der durchschnittliche Leerstand im 3,5 Mrd CHF schweren Immobilienpark nahm aufs Jahr gesehen allerdings ab und kompensierte damit zum einem gewissen Teil die weggebrochenen Einnahmen der verkauften Objekte. Konkret kam die Leerstandsquote am Bilanzstichtag bei im Branchendurchschnitt tiefen 5,1% zu liegen, dies nach 6,2% per Ende Juni und 7,5% per Ende 2015.

EIGENTUMSWOHNUNGEN GEBEN SCHUB

Das abgewickelte Projektvolumen der Generalunternehmung sank zwar um 19% auf 493,7 Mio. Der Geschäftserfolg legte aber um 6,6% auf 84,0 Mio CHF zu, was mit einem deutlich höheren Gewinn von Stockwerkverkäufen zu erklären ist. Dies vor allem aufgrund der verkauften Eigentumswohnungen auf dem Guggach-Areal in Zürich. Die operative Marge verbesserte sich damit auf 41,0% von 27,4% im Vorjahr. Für das erste Halbjahr wurden 48,8% ausgewiesen.

Das Ergebnis auf Stufe EBIT kam insgesamt bei 180,6 Mio (+1,8%) zu liegen, wobei die Generalunternehmung aufgrund der genannten Stockwerkverkäufe einen Sprung um knapp 60% auf 34,4 Mio hinlegte. Im anteilsmässig viel grösseren Vermietungsgeschäft resultiert allerdings ein Rückgang um etwa 6%.

Unter dem Strich verblieb mit 112,2 Mio 2,3% mehr als im Vorjahr. Ausgeklammert sind hier Bewertungseffekte, die aus der turnusmässigen Neutaxierung des Immobilienparks stammen. Diese resultierten im Berichtsjahr in einem Erfolg von verhältnismässig hohen 85 Mio CHF nach knapp 16 Mio im Vorjahr.

Allreal hat die Analystenschätzungen im AWP-Konsens beim Mietertrag knapp erreicht, bei den Gewinnzahlen hingegen leicht übertroffen.

GEHALTENE DIVIDENDE

Der Verwaltungsrat beantragt die Ausschüttung einer im Vergleich zum Vorjahr stabilen Dividende von 5,75 CHF je Aktie. Hier hatten Analysten im Durchschnitt mit 5,83 CHF gerechnet.

Aufgrund der sich in beiden Geschäftsfeldern abzeichnenden Entwicklung erwartet Allreal einen fortgesetzt stabilen Geschäftsverlauf. Konzernchef Roger Herzog stellte am Dienstag vor den Medien für 2017 einen leichten Rückgang beim operativen Ergebnis (EBIT vor Neubewertungen) in Aussicht. Denn an die Verkaufserfolge von 2016 werde man nicht anknüpfen können. "Ein Projekt in der Grössenordnung des Guggach-Areals kommt 2017 nicht in den Verkauf."

Bei den Mieterträge stellte er hingegen einen Anstieg in Aussicht. Einerseits werde das Portfolio ausgebaut, was zu Mehreinnahmen führt. Zudem wird der Leerstand weiter sinken, wie Herzog ausführte. Denn in einer bislang leer stehenden, grossen Büroliegenschaft im Glattpark in Opfikon wird im laufenden Jahr die Hirslanden-Gruppe als Mieter einziehen. Damit dürfte der Leerstand auf unter 4% sinken, so der Konzernchef.

An der Börse werfen die News keine grossen Wellen. Die Allreal-Aktie büsst am Dienstagnachmittag 0,5% auf 156,00 CHF ein, während der Gesamtmarkt praktisch unverändert notiert. Der Titel hatte in der Vorwoche bei 157,70 CHF ein Allzeithoch markiert.

cp/tp

(AWP)