Allreal verdient wegen tieferem Verkaufserfolg weniger - Leerstand klar gesenkt

(Mit weiteren Details ergänzt) - Allreal, die Immobiliengesellschaft mit eigener Generalunternehmung, hat im ersten Halbjahr 2017 bei einem leicht höheren Mietertrag unter dem Strich weniger verdient. Im Wesentlichen sind dafür geringere Verkaufserfolge verantwortlich, was die Konzernleitung auch so in Aussicht gestellt hatte. Die Ziele für das Gesamtjahr werden entsprechend bestätigt.
29.08.2017 08:59

Die Gesamtleistung belief sich auf 293,6 Mio CHF, was einem Rückgang um rund 16% zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das abgewickelte Projektvolumen in der Generalunternehmung sank um 22% auf 203,8 Mio und der Erfolg aus diesem Geschäftsbereich um 25% auf 37,4 Mio CHF, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt.

Insbesondere aufgrund der deutlich tieferen Gewinne aus dem Verkauf von Entwicklungsliegenschaften (8,6 Mio vs. 22,1 Mio) liegt das Ergebnis in diesem Geschäftsbereich unter dem Vergleichswert des Vorjahrs. Dieses war massgeblich geprägt vom hohen Verkaufserfolg des Grossprojekts Guggach in Zürich.

In der Berichtsperiode wurden zehn Wohneinheiten verkauft, womit per Stichtag lediglich noch drei Einheiten bei den beiden Projekten Guggach und Lerchenbergstrasse in Erlenbach zum Verkauf standen. Mit dem Verkaufsbeginn von 73 Eigentumswohnungen in Bülach-Nord (Bülachguss) werde sich die Zahl im zweiten Halbjahr 2017 wieder erhöhen, wie es heisst.

MIETERTRAG STEIGT - LEERSTAND DEUTLICH REDUZIERT

Die Mieterträge legten dagegen um 1,2% auf 87,5 Mio CHF zu, da Allreal grosse Fortschritte bei Vermietungen gemacht hat. So sank der Leerstand sehr deutlich auf 2,9% per Ende Juni - eine im Branchenvergleich beachtliche Leistung. Ende Juni 2016 lag die Quote bei 6,2%.

Insgesamt schrumpfte das Ergebnis auf Stufe EBIT jedoch um 14% auf 85,7 Mio CHF. Unter dem Strich fällt der Gewinnrückgang nicht so dramatisch aus. Es resultiert ein Minus von 3,4% auf 59,3 Mio. Der Grund: Finanz- und Steueraufwand fielen jeweils deutlich tiefer aus. Beides ist keine Überraschung.

Nach der Einführung der Negativzinsen durch die Nationalbank waren die Kosten für Zinsabsicherungsgeschäfte paradoxerweise gestiegen. Weil der Libor als Basis dieser Geschäfte ins Minus rutschte, musste Allreal plötzlich diese Differenz bezahlen. Die Verträge mussten an die neue Realität angepasst werden, und an der Medienkonferenz im Februar 2017 erklärte Allreal-Chef Roger Herzog schliesslich, dass dieses Thema nun vom Tisch sei. Zudem konnte sich Allreal günstiger finanzieren: Im April 2016 wurde eine zu 2,5% verzinste Anleihe durch eine mit einem Coupon von 0,625% über den gleich Betrag abgelöst.

Der Rückgang beim Steueraufwand wiederum lässt sich vor allem auf den tieferen Verkaufsgewinn zurückführen, womit weniger Gewinnsteuern anfielen als im Vorjahr.

Mit den Zahlen hat Allreal die Schätzungen der Analysten von ZKB und Vontobel bei den Gewinnzahlen übertroffen, beim Mietertrag erfüllt.

"SOLIDE BASIS"

Die Konzernleitung rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem leichten Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT vor Neubewertungen). Die tiefe Leerstandquote, die geringe Zahl zu erneuernder Geschäftsmietverträge und die im zweiten Halbjahr 2017 mit dem Ausbau des Portfolios einhergehende Zunahme der Mieterträge bilden im Geschäftsfeld Immobilien die solide Basis für den weiteren Geschäftsverlauf, wie es heisst. Bei der Generalunternehmung würden die Entwicklungen und die im Bau befindlichen Projekte erfreulich verlaufen.

cp/rw

(AWP)