Amgen mit Problemen bei neuem Osteoporose-Medikament

Die US-Pharmafirma Amgen trifft bei der Entwicklung eines Osteoporose-Medikaments auf unerwartete Probleme. Bei einer klinischen Studie für das Mittel Romosozumab traten verstärkt schwere Nebenwirkungen am Herzen auf.
22.05.2017 14:52

Dies teilte das Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) gemeinsam mit dem belgischen Partner UCB mit. Mit einer Zulassung in den USA sei in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Noch 2016 war man zuversichtlich für eine rasche Zulassung des Antikörpers.

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Genfer Universitätskliniken (HUG) hatte die Wirksamkeit einer Therapie gegen Osteoporose bei Frauen nach der Menopause geprüft. Die Behandlung senkte bereits nach einem Jahr die Zahl der Wirbelbrüche deutlich.

Der Therapieansatz fokussierte auf einen körpereigenen Signalstoff namens Sklerostin, der normalerweise das Knochenwachstum bremst, wie es in einer Mitteilung der HUG vom Oktober 2016 hiess. Reduziere man diese Bremswirkung, indem man das Sklerostin mit dem Antikörper Romosozumab blockiere, werde vermehrt Knochen aufgebaut.

In Europa und der Schweiz könnte der Antikörper vermutlich Ende 2017 oder 2018 auf den Markt kommen, schrieben die HUG damals. Die Zulassung in den USA war noch für 2016 erwartet worden.

(AWP)