AMS erzielt 2016 deutlich weniger Umsatz und Gewinn - Tiefere Dividende

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Halbleiterhersteller AMS weist für 2016 erwartungsgemäss einen deutlich tieferen Umsatz und Gewinn aus. Die Aktionäre müssen sich auf eine markant geringere Ausschüttung einstellen. Für das laufende Jahr ist das Management zuversichtlich, zurück auf den Wachstumspfad zu finden. Die Profitabilität zu Jahresbeginn werde jedoch tief sein.
07.02.2017 08:33

Beim Jahresumsatz büsst AMS 12% auf 549,9 Mio EUR ein, wie das an der Schweizer Börse kotierte österreichische Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das Management schreibt von einer "soliden Geschäftsentwicklung" in Anbetracht des schwachen Marktumfeldes in den für AMS wichtigen Bereichen Smartphones und Elektronik. Abgesehen davon sei 2016 als "Jahr der Transformation" zu sehen, in dem eine fokussiertere Strategie erarbeitet worden sei.

Das "Consumer&Communications"-Geschäft (u.a. Sensoren für Smartphones) habe sich insgesamt erwartungsgemäss entwickelt, heisst es weiter. Gute Ergebnisse verzeichnete laut den Angaben das Medical-Geschäft (Imaginglösungen für Computertomografie, digitales Röntgen, Mammografie). Solides Wachstum habe der Bereich "Automotive" geliefert; die Sensorlösungen für Sicherheitssysteme und zur Positionsbestimmung würden in einer wachsenden Zahl von Fahrzeugplattformen verwendet.

TIEFERE DIVIDENDE

Die Bruttomarge (bereinigt) lag bei 55% nach 56% im Vorjahr. Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT (bereinigt) ging um gut 40% auf 97,1 Mio EUR zurück und die entsprechende Marge auf 18% von zuvor 27%. Die internen Fertigungskapazitäten seien voll ausgelastet gewesen, heisst es dazu.

Der Reingewinn sank derweil um 31% auf 102,9 Mio EUR. Als Folge sollen die Aktionäre nur noch eine Dividende von 0,30 Cent pro Aktie erhalten (VJ 0,51). Somit werde die Dividendenpolitik weitergeführt, 25% des Jahresnettoergebnisses auszuschütten, schreibt die Gesellschaft dazu.

Ähnliche Entwicklungen wie bei den Jahreszahlen gab es auch im vierten Quartal. So nahm der Umsatz um 9% auf 133,6 Mio EUR ab, der EBIT (adj.) halbierte sich in etwa auf 16,4 Mio, und der Reingewinn kam bei 13,7 Mio nach 30,6 Mio zu liegen.

Mit den vorgelegten Jahreszahlen hat das AMS-Management die Erwartungen der Analysten aber mehrheitlich übertroffen: Diese hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Jahresumsatz von 547,3 Mio, einem EBIT (adj.) von 95,7 Mio und einem Reingewinn von 93,2 Mio EUR gerechnet. Der Dividenden-Konsens lag bei 0,33 EUR.

"HOHES POTENZIAL"

Im Ausblick für 2017 gibt sich das Management zuversichtlich. Für den Konzernumsatz werde ein "hohes Wachstumspotenzial" gesehen, heisst es in der Mitteilung. Diese Zuversicht basiere auf der Erwartung, dass das bestehende AMS-Geschäft zulegen werde, aber auch das per Anfang Februar konsolidierte Geschäft des Optik-Sensor-Herstellers Heptagon.

Für das erste Quartal wird konkret ein Umsatz von 141 bis 148 Mio EUR in Aussicht gestellt. Wegen der bekannten negativen operativen Profitabilität des Heptagon-Geschäfts (nicht ausgelastete Produktionskapazitäten) sei beim (bereinigten) EBIT hingegen nur mit einem Wert um die Gewinnschwelle zu rechnen.

Zudem gibt AMS bekannt, dass die Aktienrückkaufaktivitäten voraussichtlich im Jahresverlauf 2017 bis zum Gegenwert von 60 Mio CHF fortgesetzt würden. Mit den Papieren sollen unter anderem mögliche Verpflichtungen aus der Besserungsvereinbarung in der Heptagon-Transaktion abgedeckt werden.

rw/uh

(AWP)