AMS mit deutlich weniger Umsatz und Gewinn - Investitionen in die Zukunft

(Zusammenfassung)
26.07.2016 13:20

Unterpremstätten (awp) - Der Halbleiterhersteller AMS hat für das zweite Quartal 2016 einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Die Erwartungen an das dritte Jahresviertel sind dafür wieder etwas zuversichtlicher und es wird mit einem sequenziellen Wachstum gerechnet. Gleichzeitig investiert AMS mehr als üblich in neue Produkte, um für das ab 2017 erwartete Nachfragewachstum bereit zu sein. An der Börse wird die tiefe Bewertung als Einstiegschance gesehen, was den Kurs in die Höhe treibt.

In den Monaten April bis Juni sind die Erlöse von AMS im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22% auf 132,4 Mio EUR zurückgegangen, wie das Unternehmen bereits am Montagabend mitgeteilt hatte. "Damit liegen wir in der oberen Hälfte der von uns abgegeben Guidance", sagte CEO Alexander Everke am Dienstag an einer Telefonkonferenz. Die Bruttogewinnmarge vor akquisitionsbedingtem Abschreibungsaufwand entwickelte sich mit 56% stabil.

Der um den akquisitionsbedingten Aufwand und den Aufwand für aktienbasierte Vergütungen bereinigte EBIT halbierte sich auf 24,4 Mio EUR, die Marge lag bei 18,4%. Gemäss IFRS sank der EBIT um 63% auf 16,7 Mio, entsprechend einer Marge von 13%. Der Reingewinn ging um 53% auf 19,6 Mio zurück. Die rückläufigen Ergebnisse erklärte Everke mit den geringeren Umsätzen bei gleichzeitig höheren F&E-Aufwendungen für künftige Programme.

ANSPRUCHSVOLLER CONSUMER- UND SMARTPHONEMARKT

Das Marktumfeld sei anspruchsvoll gewesen, so der CEO, besonders im Consumer- und Smartphonemarkt. Die Auslieferungen von intelligenten Lichtsensoren an Consumer- und Smartphone-OEMs hätten sich zwar weiter auf einem hohen Niveau bewegt, lägen aber unter dem Vorjahr.

Hohes Marktinteresse sieht AMS indes für die nächste Generation von Lichtsensoren für Mobilgeräte; man liefere bereits kleinere Volumina aus. Um sich auf die erwartete Nachfrage nach den neuen Lichtsensoren vorzubereiten, zieht ASM Investitionen in Produktionsanlagen vor. Die Gesamtinvestitionen dürften 2016 bei über 80 Mio EUR liegen.

NEUER ZUKAUF

Wie AMS weiter mittteilt, wurde im Berichtsquartal die im November angekündigte Akquisition von CCMOSS abgeschlossen. Dieser Schritt mache das Unternehmen zum "klar führenden" Anbieter von Gas- und Infrarotsensortechnologie weltweit. Das Produkt- und Technologieportfolio von CCMOSS schaffe "substantielle" Wachstumsmöglichkeiten für die kommenden Jahre, hiess es.

Zudem habe AMS "vor kurzem" den Farb- und Spektralsensorspezialisten MAZeT GmbH erworben. MAZeT sei profitabel, beschäftige rund 80 Mitarbeiter und sei in Jena ansässig. Der Zukauf verbessere die Position von AMS bei neuartigen optischen Sensortechnologien und schaffe neue Produktchancen und Anwendungsmöglichkeiten für Spektralsensoren in den Märkten Automotive, Industrie und Medizintechnik.

POSITIVE DYNAMIK IN Q3 ERWARTET

Im dritten Quartal soll der Umsatz bei "weiterhin attraktiver" Bruttomarge zwischen 146 und 153 Mio EUR zu liegen kommen. Für die bereinigte EBIT-Marge stellt AMS eine Verbesserung auf rund 18-20% in Aussicht. So sieht das Unternehmen für die Monate Juli bis September eine positive Dynamik im Consumer-Geschäft, während nachfragebezogene und makroökonomisch bedingte Unsicherheiten in anderen Endmärkten andauerten.

Einen Wachstumsschub erwartet AMS dann im kommenden Jahr, und entsprechend wird in F&E wie auch in die Produktion investiert. "Wir werden in allen Kundensegmenten, sei es im Consumer-, Industrie- oder im Medizinalgeschäft, stark wachsen", ist Everke überzeugt. Dies sei die Basis für die für 2019 in Aussicht gestellte Umsatzmilliarde.

AKTIE LEGT ZU

Mit diesen Quartalszahlen hat AMS die Prognosen von Analysten leicht übertroffen. Bis am Mittag klettern AMS um 6,9% auf 29,35 CHF in die Höhe und grenzen damit die bislang im Jahresverlauf erlittenen Kurseinbussen deutlich ein. Während Analysten auf die intakten Geschäftschancen verweisen, sehen die Anleger das Kursniveau als günstige Einstiegsgelegenheit.

ra/cf/mk

(AWP)