AMS-Papiere klettern dank vielversprechender Aussichten in die Höhe

Die Aktien des Halbleiterherstellers AMS sind am Dienstag mit deutlich festeren Kursen in den Handel gestartet und setzen damit die starke Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate fort. AMS hat zwar mit dem am Vorabend vorgelegten Quartalsverlust die Vorgaben der Analysten verfehlt. Um akquisitionsbedingte Kosten bereinigt, schloss das Unternehmen das Quartal allerdings besser als erwartet ab. Kurstreiber ist jedoch das vom Management versprochene Wachstum.
25.04.2017 09:58

Bis um 09.40 Uhr klettern AMS um 13,5% auf 61,20 CHF in die Höhe, während der Gesamtmarkt (SPI) von den Kursavancen des Schwergewichts Novartis getragen 0,6% dazugewinnt. Bei AMS kommt es damit zu einer Fortsetzung der in den vergangenen Wochen gesehenen Kursavancen. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs nun bereits mehr als verdoppelt. Damit führt AMS die Gewinnerliste des laufenden Jahres am Schweizer Aktienmarkt an.

AMS überzeuge mit einem gut gefüllten Auftragsbuch, einer positiven Umsatzvorgabe für das zweite Quartal sowie zuversichtlichen Aussagen zum zweiten Halbjahr 2017 und für das Jahr 2018, erklärt Michael Foeth von der Bank Vontobel die starke Kursreaktion. Auch er geht von einer Wachstumsbelebung aus, insbesondere wenn in der zweiten Jahreshälfte die 3D-Sensoren von AMS im nächsten iPhone zum Einsatz kommen.

Allerdings würden für das künftige Wachstum hohe Capex-Investitionen von 400 bis 450 Mio EUR benötigt, warnt Andreas Müller von der ZKB. Und bei der Commerzbank stellen sich die Analysten die Frage, wie sich die substantiell hohen Investitionen auf die Profitabilität auswirken werden.

Die Geschäftszahlen des ersten Quartals 2017 werden von Analysten derweil allgemein als solide bezeichnet. Bei einem etwas besseren Umsatz liege das bereinigte operative Resultat leicht über den Erwartungen, so Müller. Die Q2-Prognosen zum bereinigten EBIT verfehle hingegen die Vorgaben leicht. Der Grund dafür seien die hohen Anlaufkosten, welche die im Oktober 2016 zugekaufte Optik-Sensorfirma Heptagon auslöse.

Bei der ZKB belässt Analyst Müller das Rating auf "Marktgewichten", da nach dem fulminanten Kursverlauf ein positiver zukünftiger Geschäftsverlauf bereits eingepreist sei. Vontobel-Analyst Foeth empfiehlt den Titel hingegen weiterhin zum "Kauf" und hebt das Kursziel mit Blick auf das grössere Vertrauen in den mittelfristigen Ausblick auf 65 CHF von zuvor 49 CHF an.

mk/tp

(AWP)