AMS platziert Wandelanleihe im Umfang von 350 Mio USD - Aktie unter Druck

(Meldung nach Abschluss der Platzierung durchgehend ergänzt) - Der Halbleiterhersteller AMS hat am Montag eine Wandelanleihe über insgesamt 350 Mio USD aufgelegt und laut eigenen Angaben "erfolgreich" platziert. Ein Bezugsrecht für bestehende Aktionäre wurde dabei ausgeschlossen, was die Aktie stark unter Druck setzte. Mit der Wandelanleihe möchte AMS primär den Ausbau der Werke in Singapur finanzieren.
25.09.2017 18:11

Bei der Wandelanleihe handelt es sich um ein vorrangiges, unbesichertes Papier mit einer Laufzeit von fünf Jahren, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der Coupon wurde dabei auf 0,875% per annum (Preisspanne: 0,625%-1,125%) festgesetzt, und die Wandelprämie bei 50% (47,5%-52,5%) über dem Referenzkurs in Höhe von 69,25 CHF.

Die Anleihen sind grundsätzlich in 3,27 Mio neue, nennwertlose Inhaber-Stammaktien aus dem bedingten Kapital der Gesellschaft wandelbar und stellen damit in etwa 3,9% des aktuell im Umlauf befindlichen Aktienkapitals dar. Falls nicht bereits gewandelt, zurückgezahlt oder gekauft und storniert, würden die Anleihen am 28. September 2022 zum Nennwert zurückgezahlt.

AUSBAU IN SINGAPUR

Laut Angaben von AMS ist der Nettoerlös der Transkation für "allgemeine Unternehmenszwecke" bestimmt. Wie die ZKB schreibt, dürfte das Unternehmen damit aber primär die Finanzierung des Ausbaus der Heptagon-Werke in Singapur sicherstellen. Ein neuer Reinraum für Mikoroptiksensoren soll dort entstehen, in den letzten Monaten wurden bereits rund 4'000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Die Platzierung der Anleihe kommt laut Analysten der Bank Vontobel nicht überraschend, da AMS bereits vor zwei Wochen den Ausschluss des Bezugsrechts für bestehende Aktionäre angekündigt hatte. An der Börse büssten die AMS-Titel allerdings mit Blick auf die zu erwartende Gewinnverwässerung 7,9% auf 66,95 CHF ein.

Auf dem Kurs von AMS lastete laut Marktkennern aber nicht nur die Wandelanleihe. Ebenfalls negativ auf den Wert der Anteilsscheine auswirken dürfte sich die schleppende Lancierung der neuen iPhones durch Apple, hiess es. Der US-Konzern ist einer der wichtigsten Kunden des Halbleiterherstellers. Und erst im Frühling hatte AMS eine Kapazitätserhöhung bei der bestehenden Produktionsstätte für die neue iPhone-Generation angekündigt.

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(AWP)