Angestellte bei ABB Sécheron in Genf nehmen Arbeit wieder auf

(Ausführliche Fassung) - Wegen Gerüchten rund um eine Produktionsverlagerung bei ABB Sécheron in Genf haben die Beschäftigten am Dienstag eine Kundgebung durchgeführt. Sie protestierten gegen die mangelnde Kommunikation des Managements.
31.10.2017 12:49

Der zweistündige Ausstand von 130 Angestellten folgt nur zwei Tage nach dem überraschenden Rücktritt des Chefs des Genfer Werks, Jean-Luc Favre. Es handle sich dabei um einen ersten Schritt, sagte Unia-Gewerkschaftssekretär Alessandro Pelizzari.

Seit zwei Jahren habe das Unternehmen Produktionslinien verlagert. Damit seien 20 Prozent der Stellen abgebaut und mehr als 60 Angestellte entlassen worden. In den vergangenen Wochen hätten sich nun Gerüchte um eine Produktionsverlagerung nach Polen verstärkt.

Gemäss Unia hat ABB für den 6. November ein Treffen zwischen Arbeitnehmervertretern und den ABB-Personalverantwortlichen angesetzt. Doch die Besorgnis der Beschäftigten nehme stetig zu, sie wollten Klarheit. Sie fordern von der Geschäftsleitung eine Erklärung zu den Gerüchten und einen Plan, wie der Betrieb in Genf am Laufen bleibt.

Zudem riefen sie die Genfer Politik auf, sie zu unterstützen. Das Unternehmen ist im Bereich Stromversorgung auf die Herstellung von elektrischen Komponenten spezialisiert. In der Genfer Fabrik arbeiten rund 250 Mitarbeiter, davon rund 50 Temporär-Angestellte.

Die Produktion in Sécheron ist für den ABB-Konzern gemäss gut informierten ABB-Kreisen von strategischer Bedeutung, die Schliessung kein Thema. Ebenfalls hätten bereits Gespräche zwischen ABB-Schweiz-Vertretern und Personalvertretern von Sécheron stattgefunden.

cf/

(AWP)