AOC lehnt Stada-Vorschläge für Aufsichtsratsbesetzung überwiegend ab

(Ausführliche Fassung)
25.07.2016 21:13

LUXEMBURG/BAD VILBEL (awp international) - Der kritische Grossaktionär Active Ownership Capital (AOC) ist mit den Vorschlägen von Stada zur Neubesetzung des Aufsichtsrats überwiegend unzufrieden. Zwei von dem Arzneimittelhersteller vorgeschlagene Kandidaten lehnte der Investor in einer am Montagabend verbreiteten Mitteilung ab. Darüber hinaus will AOC auch zwei Kandidaten austauschen, die Stada im Aufsichtsrat belassen will. Lediglich zwei Kandidaten, die neu in das Gremium einziehen sollen, finden die Gnade des Grossaktionärs.

Entgegen der Auffassung des Unternehmens ist AOC der Meinung, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Abend nach sieben Jahren an der Spitze des Gremiums und insgesamt 13 Jahren Zugehörigkeit zum Kontrollorgan nicht mehr geeignet ist, den notwendigen Neuanfang der guten Unternehmensführung bei Stada zu leiten oder zu begleiten. Stattdessen soll der zuletzt als Manager des schweizerischen Pharmakonzerns Novartis tätige Eric Cornut in den Aufsichtsrat einziehen.

Ausserdem will AOC den Abgang des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Carl Fedinand Oetker erreichen. Hier soll stattdessen Ursula Schütze-Kreilkamp gewählt werden, die derzeit bei DB Mobility Logistics für Personalentwicklung zuständig ist. Im nachbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz reagierten die Stada-Aktien kaum auf die Mitteilung von AOC.

Auch der Arzneimittelhersteller zeigte sich gelassen. Die Anträge würden selbstverständlich geprüft und dann gegebenenfalls auf die Tagesordnung der am 26. August stattfindenden Hauptversammlung gesetzt, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Am eigenen Vorschlag für die teilweise Neubesetzung des Aufsichtsrates halte Stada aber fest.

AOC wendet sich ausserdem gegen die Wahl von Gunnar Riemann und Birgit Kudlek. Statt Riemann soll der ehemalige Novartis-Manager Hans-Helmut Fabry in das Aufsichtsgremium einziehen. Im Gegensatz zu dem von Stada vorgeschlagenen Vertreter verfüge dieser über umfassende Kenntnisse im Generika-Bereich und im Geschäft mit Gesundheitsprodukten für Endverbraucher. Statt Kudlek soll der ehemalige Finanzchef von Hexal und Athos, Klaus-Joachim Krauth, neuer Aufsichtsrat werden.

Nur mit zwei Vorschlägen von Stada ist der Grossaktionär einverstanden. Tina Müller und Rolf Hoffmann brächten die erforderliche Erfahrung und Expertise mit. Die gebotene Kontinuität im Aufsichtsrat werde künftig durch die drei erfahrenen Arbeitnehmervertreter sichergestellt./he/la

(AWP)