Arbeitslosenquote bleibt im Oktober bei 3,2% - oberer Scheitelpunkt erreicht

(ausführliche Fassung mit Aussagen aus Telefonkonferenz ergänzt)
08.11.2016 09:30

Bern (awp) - Die Arbeitslosenquote ist in der Schweiz im Oktober 2016 gegenüber dem Vormonat erneut konstant geblieben. Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zeigt der Trend, dass der obere Scheitelpunkt zwar erreicht ist, aber auch für das nächste Jahr nicht mit einem Rückgang zu rechnen ist. Aufgrund des konjunkturellen Umfelds geht das Seco daher von einer Arbeitslosenquote um die 3,3% für 2017 aus.

Ende Monat waren laut einer Mitteilung des Seco vom Dienstag 144'531 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 1'856 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrt damit bei 3,2%; der saisonbereinigte Wert liegt bei 3,3%. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 2,3% bzw. 3'262 Personen, damals hatte die Quote (nicht bereinigt) bei 3,1% gelegen.

KEINE GROSSE DYNAMIK ERWARTET

Der allgemeine Trend der letzten Monate zeige, dass man den oberen Scheitelpunkt wohl erreicht habe, meint der Leiter der Direktion für Arbeit des Seco, Boris Zürcher an einer Telefonkonferenz. "Die aktuell leichte Zunahme ist ausschliesslich saisonbedingt", so Zürcher, aufgrund von Konjunktureffekten zeige sich sogar eine leichte Rückläufigkeit. "Im Grossen und Ganzen erwarten wir keine grosse Dynamik am Arbeitsmarkt", resümiert der Seco-Chef, "Zu- und Abgänge werden sich in etwa die Waage halten".

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) fiel im Berichtsmonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5% oder 19'095 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang von 3,6% oder 715 Personen. Dieser Effekt werde sich nach dem saisonal bedingten Maximum im Sommer weiter verstärken, meint Zürcher dazu.

TESSIN ZEIGT ERFREULICHE ENTWICKLUNG

Die regionalen Unterschiede sind laut Zürcher primär durch die jeweilige Wirtschaftsstruktur getrieben. In tourismusstarken Kantonen wie im Wallis oder Graubünden gebe es eine Zunahme aufgrund der Zwischensaison, die aber mit Beginn der Wintersaison zurückgehen sollte. Derweil bleibe die Zunahme in Kantonen der produzierenden Industrie im Vergleich zum Vorjahr problematisch.

Im Tessin zeige sich jedoch seit 2013 ein erfreulicher Verlauf. Dieser bewege sich allerdings auf tiefem Niveau. "Die positive Entwicklung ist vor allem von Grenzgängern getrieben", so Zürcher, "diese nehmen eine Pufferfunktion wahr". Weil sich die Anzahl Grenzgänger stabilisiert oder sogar leicht zurückgebildet hat, weise das Tessin eine rückläufige Arbeitslosenquote auf.

MEHR KURZARBEIT IN WENIGER BETRIEBEN

Im August 2016 - neuere Zahlen liegen nicht vor - waren 4'465 Personen von Kurzarbeit betroffen und damit 5,1% oder 215 Personen mehr als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe verringerte sich um 9 auf 444 Einheiten, und die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 20,6% auf 254'128 Stunden ab. In der entsprechenden Vorjahresperiode (August 2015) waren nur 187'231 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 3'384 Personen in 407 Betrieben verteilt hatten.

Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats August 2016 verwirkt haben, auf 3'512 Personen.

sta/tp

(AWP)