Arbeitslosenquote im Juli unverändert bei 3,0% - Saisonbereinigt bei 3,2%

(Meldung insbesondere mit Aussagen aus der Seco-Telefonkonferenz ausgebaut) - Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz ist im Juli 2017 ganz leicht gestiegen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) führt dafür saisonale Gründe an. So hätten sich Schul- und Lehrabgänger, die sich am Arbeitsmarkt nach einer Stelle umschauen, teilweise präventiv auf den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldet, erklärte Boris Zürcher, Leiter der Direktion Arbeit im Seco, am Dienstag an einer Telefonkonferenz.
08.08.2017 09:53

Ende Juli waren laut Mitteilung des Seco 133'926 Arbeitslose bei den RAV eingeschrieben. Das sind 323 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt damit aber auf 3,0%, und auch der saisonbereinigte Wert ist mit 3,2% unverändert. Das hatten auch von AWP befragte Ökonomen im Vorfeld der Publikation unisono so erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren 5'384 Personen weniger (-3,9%) arbeitslos gemeldet, die Quote lag damals bei 3,1%.

FRÜHE SAISONALE TRENDWENDE

Die gegenüber dem Vormonat leichte Zunahme der Arbeitslosenzahl signalisiere die saisonale Trendwende, sagte Zürcher. Dabei habe der Saisoneffekt, der in diesem Jahr etwas früher als üblich in Erscheinung trete, mit rund 1'000 mehr Stellensuchenden den positiven Konjunktureffekt überstrahlt und zum leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl geführt. Bis zum Jahresende wird die Arbeitslosenquote gemäss Zürcher saisonal bedingt weiter zunehmen und in den Bereich von 3,5% ansteigen.

Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zählte das Seco etwa im Bau- und Gastgewerbe, wo die Arbeitslosenzahl im Juli typischerweise um gut 1'000 zurückgegangen ist. Demgegenüber nahm die Zahl bei der Berufsgruppe "Unterricht, Bildung, Seelsorge und Fürsorge) um rund 650 zu.

Insgesamt setze sich die Erholung am Arbeitsmarkt - wenn auch langsam - fort, so Zürcher weiter. Im Juni hatte das Seco die Erwartungen an den Verlauf der Arbeitslosenquote bestätigt: Für 2017 rechnen die Seco-Ökonomen mit einer Quote von 3,2% und für 2018 mit einem leichten Rückgang auf 3,1%.

SAISONAL MEHR ARBEITSLOSE JUGENDLICHE

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) erhöhte sich im Berichtsmonat um 1'555 Personen (+11%) auf 15'663 und die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl allerdings um gut 8% und die Quote um 0,3%. Von den Schul- und Lehrabgängern, die sich im Juli während ihrer Stellensuche früh bei den RAV gemeldet hätten, dürften am Ende allerdings nicht alle zu Bezügern von Arbeitslosengeld werden, ist Zürcher überzeugt.

Die Anzahl der älteren Arbeitslosen (50 und mehr) verringerte sich derweil um 467 Personen (-1,3%) auf 35'755, dies bei einer unveränderten Quote von 2,7%. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Zahl leicht ab (-0,9%), die Quote blieb unverändert. Die Erholung am Arbeitsmarkt sei somit etwas später auch bei den älteren Arbeitssuchenden angekommen, hiess es.

WENIGER OFFENE STELLEN

Im Berichtsmonat wurden ausserdem 195'223 Stellensuchende gezählt, 1'673 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl damit um 2,1%. Zugleich wurden den RAVs mit 12'206 Stellen 214 weniger offene Jobs gemeldet als noch im Juni, was mit Beginn der Ferienzeit begründet werden kann.

Im Mai 2017 - neuere Zahlen dazu liegen nicht vor - waren 3'876 Personen von Kurzarbeit betroffen und damit 3,6% weniger als im Vormonat. Die Zahl der betroffenen Betriebe sank um 70 auf 389 Einheiten. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen hingegen ganz leicht zu auf knapp 205'000 (+0,4%).

Die Zahl der Personen, die im Verlauf des Mai ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung ausgeschöpft hatten und damit künftig nicht mehr in der Statistik auftauchen, belief sich gemäss Seco auf 3'704 nach 3'249 im April.

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(AWP)