Arbeitsvermittler: Deutscher Job-Boom dürfte sich verlangsamen

Deutsche Jobvermittler rechnen in den kommenden Monaten mit einer Abschwächung des Booms auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Jobsucher werde in der zweiten Jahreshälfte kaum noch sinken, prognostizierten die Chefs der 156 deutschen Arbeitsagenturen in einer monatlichen Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bis zum Frühjahr war die Zahl der Jobsucher auf immer neue historische Tiefstände gefallen.
29.08.2017 11:46

Diese Phase gehe jetzt wohl zu Ende. Entsprechend sank ein aus dem Umfrageergebnis errechneter Index im August um 0,3 Punkte auf 100,4 Punkte, berichtete die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Veröffentlichung ihres monatlichen Arbeitsmarktbarometers am Dienstag in Nürnberg. Die August-Arbeitslosenzahlen veröffentlicht die BA an diesem Donnerstag.

Als Grund für die Abschwächung nennen die Forscher die wachsende Zahl von Flüchtlingen, die nach Absolvierung ihres Integrations- und Sprachkurses nun verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängten, aber nicht immer sofort eine Stelle fänden.

Grundsätzlich laufe es aber auf dem Arbeitsmarkt weiter gut, betonte IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber. Wie die jüngste Umfrage zeige, sähen die Arbeitsagenturen noch immer "einen konstant hohen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften". Ende Juli waren der Bundesagentur 750 000 offene Stellen gemeldet worden. Der Arbeitsmarkt sei daher auch im Hinblick auf die möglichen Folgen der Dieselkrise für die deutsche Autoindustrie gut aufgestellt, betonte Weber./kts/DP/stb

(AWP)