Arcelor Mittal will 4000 Jobs bei Italiens Stahlwerk Ilva streichen

Der weltgrösste Stahlhersteller Arcelor Mittal, der im Mai den unter Sonderverwaltung stehenden italienischen Stahlkonzern Ilva übernommen hat, hat die Kürzung von 4.00 der insgesamt 14'200 Stellen angekündigt. Gegen die Jobkürzungen planen die Mitarbeiter am kommenden Montag einen 24-stündigen Streik, berichteten italienische Medien am Samstag.
07.10.2017 18:25

Die italienische Regierung versicherte, dass kein Ilva-Mitarbeiter ohne Unterstützungsmassnahmen bleiben werde. Das Kabinett will Druck auf das Unternehmen für eine Reduzierung der Jobkürzungen machen. 1,8 Mrd. Euro hat Arcelor Mittal laut italienischen Medien für die Übernahme des Werks gezahlt.

Ilva hatte in den besten Zeiten geschätzte neun Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produziert - das entsprach etwa einem Drittel der italienischen Gesamtproduktion. Das Stahlwerk mit Sitz in Tarent steht seit 2013 unter besonderer staatlicher Aufsicht.

Hintergrund waren Vorwürfe gegen die Eigentümerfamilie Riva, die in Kauf genommen haben soll, dass giftige Emissionen aus der Anlage in die Stadt zogen. Die Emissionen werden für mindestens 400 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht.

Für den italienischen Premier Paolo Gentiloni ist die Zukunft des süditalienischen Stahlwerks besonders wichtig, da seine Regierung es mit staatlichen Darlehensgarantien und weiteren Sonderbehandlungen über Wasser hält. Dies hat bereits den Unmut anderer Stahlkonzerne und der EU ausgelöst.

(AWP)