Aryzta-Aktien nach Jahreszahlen tiefer

Zürich (awp) - Die Aktien des Backwarenherstellers Aryzta verlieren am Montag nach der Zahlenvorlage in einem insgesamt schwachen Markt. Nach dem Kurssprung am vergangenen Freitag dürfte es sich dabei auch um Gewinnmitnahmen handeln. Den Rapport zum Geschäftsjahr 2015/16 kommentieren Analysten trotz deutlich geringerem Gewinn nicht über die Massen kritisch.
26.09.2016 10:39

Aryzta geben gegen 10.40 Uhr 1,2% auf 42,84 CHF ab, während der SPI 1,10% im Minus steht. Das bisherige Tagestief erreichte kurz nach Eröffnung gar 41,16 CHF. Im Jahresverlauf stehen Aryzta rund 16% im Minus, nachdem die Aktien vor dem Wochenende noch 10% zugelegt haben.

Am Freitag hätten die Titel positiv auf die Ernennung des neuen Verwaltungsratspräsidenten reagiert, seien aber auch wegen glattgestellten Shortpositionen angestiegen, heisst es am Montag von Vontobel. Das heutige Resultat habe nicht die erwartete Wachstumsbeschleunigung im vierten Quartal gezeigt, und das Wachstum werde weiterhin schwach sein.

Die Margenentwicklung widerspiegle zudem die negative operative Leverage wegen eines Volumenrückgangs in Nordamerika, so der zuständige Analyst weiter. Vontobel hält damit an der vorsichtigen Einschätzung für die Aktien und bestätigt das "Hold"-Rating.

Das Jahresergebnis liege beim bereinigten EBITA unter dem Konsens, sei beim bereinigten Gewinn per Aktie jedoch genau wie erwartet ausgefallen, heisst es unterdessen von ZKB. Einmal mehr liege jedoch der effektive Reingewinn unter den Erwartungen wegen ausserordentlichen Kosten und Abschreibungen. Die Gewinnschätzungen der Kantonalbank für die operative Entwicklung von Aryzta würden voraussichtlich gesenkt werden müssen. Einmal mehr stelle sich zudem die Frage, inwieweit es auch im neuen Jahr wieder ausserordentliche Aufwendungen geben wird.

Positiv hervorzuheben sei dagegen, dass die Nettoverschuldung leicht gesunken ist, weshalb der ZKB-Analyst eine neutrale Reaktion des Aktienkurses auf den Jahresabschluss erwartet.

Nach der eindeutig positiven Ernennung neuer VR-Mitglieder in der vergangenen Woche, sei das Jahresresultat gemischt, so Baader Helvea. Der Analyst erinnert allerdings daran, dass das Umfeld für Lebensmittelkonzerne derzeit generell herausfordernd sei. Daher sei das Abschneiden von Aryzta am unteren Ende der Prognose keine wirkliche Überraschung.

Insgesamt bleibe der Konzern ein "Transformationsfall" in einer herausfordernden Branche und nichts für Investoren, die sich nach geringen Risiken umschauten. Angesichts des starken Kursverfalls in den vergangenen zwei Jahren geht der zuständige Analyst allerdings davon aus, dass die negativen Faktoren bereits eingepreist sein könnten. Zudem dürften mittelfristig attraktive Cashflows generiert werden, weshalb die Kaufempfehlung bestätigt wird.

Eine "gesunde" Generierung von Cashflows könnte die Risiken der tieferen Margen im Geschäftsjahr 2016/17 kompensieren, so auch die UBS. Auch die Credit Suisse sieht den am Morgen kommunizierten Ausblick mit Blick auf die Cashflows positiv: Die Guidance liege über den eigenen Schätzungen und reflektiere den Fokus der Gruppe auf die Schuldenreduktion.

ys/ra

(AWP)