Aryzta-Aktien nach Quartalszahlen uner Druck

Bern (awp) - Die Aktien von Aryzta sind am Montagmorgen schwach gestartet und fallen unter den Blue Chips am deutlichsten zurück. Der Backwarenhersteller präsentierte für das erste Quartal des Fiskaljahres 2016/17 einen organischen Umsatzrückgang aufgrund des schwächelnden Schlüsselmarktes Nordamerika. Das kommt zwar nicht für alle Analysten überraschend. Dennoch liegt der Umsatz hinter den jeweiligen Erwartungen zurück. Das Unternehmen selber hält unverändert an den Prognosen für das Gesamtjahr fest.
28.11.2016 09:36

Um 9.15 Uhr stehen Aryzta 2,4% tiefer bei 40,80 CHF. Der am SPI gemessene Gesamtmarkt büsst derweil 0,42% auf 8'592,98 Punkte ein.

Anstatt einem erwarteten organischem Umsatzwachstum von 0,4% hat Aryzta im zurückliegenden Quartal einen organischen Umsatzrückgang um 1,2% erlitten und die Prognosen der Analysten einmal mehr verfehlt. Schuld sei vor allem der um 4,7% rückläufige Umsatz in Nordamerika, heisst es. Experten hatten in der umsatzstärksten Region des Backwarenherstellers mit einer weiteren Stabilisierung gerechnet. Trotz einer organischen Wachstumsbelebung in Europa und in den übrigen Weltregionen konnte diese Scharte nicht ausgemerzt werden.

Der für Baader Helvea tätige Analyst begründet die wieder negative organische Umsatzentwicklung mit Sonderfaktoren. Da sich das Unternehmen in der letzten von Vertragserneuerungen geprägten Phase befinde und die Rentabilität der Verträge im Vordergrund stehe, spiele das organische Wachstum nur eine untergeordnete Rolle, meint der Experte. Er verspricht sich erst vom Halbjahresergebnis von Mitte März zuverlässige Anhaltspunkte für die zukünftige Absatzentwicklung.

Sein Berufskollege von der Bank Vontobel zeigt sich hingegen enttäuscht, was den rückläufigen Umsatz anbetrifft. Er macht aber zumindest bei den Absatzpreisen ermutigende Anhaltspunkte aus. Wenig aussagekräftig fallen die Aussagen zur Refinanzierung einer fällig gewordenen Privatplatzierung aus. Das Unternehmen lässt bloss durchblicken, dass es sich mit den Plänen zur Refinanzierung auf Kurs wähnt.

Bei Goldman Sachs verweist man in diesem Zusammenhang allerdings auf die auf 80 bis 95 Mio EUR von zuvor 80 bis 105 Mio EUR reduzierte firmeneigene Zielbandbreite für den Finanzaufwand. Die amerikanische Investmentbank selber rechnet im laufenden Fiskaljahr mit einem Finanzaufwand von 89 Mio EUR, was innerhalb der neu definierten Bandbreite liegt.

Die ZKB rechnet vor, dass im ersten Quartal 14 Mio EUR aus nicht erneuerten Grossaufträgen fehlen und in den kommenden drei Quartalen insgesamt weitere 76 Mio EUR wegfallen werden. Das bisherige organische Umsatzwachstumsziel sei daher "aus heutiger Sicht sehr ambitiös", schreibt die Bank und resümiert, dass die Risiken bei Aryzta "klar überdurchschnittlich" bleiben. Die ZKB stuft die Titel mit "Marktgewichten" ein.

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(AWP)