Aryzta-Aktien nach Quartalszahlen unter Druck

Die Aktien der Backwarenkonzerns Aryzta geben am Dienstag im frühen Geschäft deutlich nach. Nach volatilem Beginn hat das Papier aber die gröbsten Verluste aus der Startphase wieder abgebaut. Mit dem Umsatz im dritten Quartal hat das Unternehmen zwar die Erwartungen übertroffen, dies aber vor allem dank eines temporären Effekts in Europa.
30.05.2017 10:08

Bis um 09.45 Uhr fallen Aryzta um 1,7% auf 33,38 CHF zurück. Bis anhin wurden gut 1 Mio Aktien gehandelt und damit in etwa ein übliches Tagesvolumen. Der Gesamtmarkt (SPI) steht 0,29% tiefer.

Als positives Zeichen wird im Handel der Umstand gewertet, dass es dem neuen Management gelungen sei, in dieser Zwischenphase den Umsatz stabil zu halten. Wichtiger als der Umsatz wird derzeit aber die Gewinnentwicklung eingeschätzt und dazu gibt es weitere Angaben erst mit dem Jahresergebnis im September. Auch eine Prognose für das Gesamtjahr hat das Unternehmen weiterhin nicht geliefert.

Positiv wird in ersten Analystenkommentaren vor allem die Absatzsituation in Europa beurteilt. Die kräftige organische Umsatzerholung sei der eigentliche Lichtblick im zurückliegenden dritten Quartal, hiess es. Anstatt dem erwarteten organischen Umsatzrückgang ergab sich in dieser Region eine beachtliche Umsatzsteigerung um 4,3%.

Allerdings gibt die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar zu bedenken, dass eine leichte Verschiebung des Wegfalls des Umsatzes mit dem Detailhandelsriesen Coop geholfen habe. Neu warne Aryzta auch davor, dass die Optimierung der Kapazitäten in Europa deutlich mehr Zeit beanspruche als bisher erwartet.

Auch Baader Helvea verweist darauf, dass die starke Entwicklung in Europa lediglich auf einen temporären Effekt zurückzuführen sei. Dass es dem Management-Team gelungen sei, die Situation zu stabilisieren und eine weitere Verschlechterung zu verhindern, sei überdies positiv zu werten. Allerdings werde der Investment-Case von Aryzta derzeit vor allem von der Gewinnentwicklung getrieben, schränkt das Institut ein. Aryzta sei mit Blick auf die Margen weiterhin vorsichtig und sehe auch noch immer von einem Ausblick ab, so gesehen sei der Umsatz im dritten Quartal lediglich ein Schritt in die richtige Richtung.

Für die Bank Vontobel "scheint die Situation in Europa unter Kontrolle", wie sie in einer Kurzeinschätzung schreibt. Die grosse Sorge bleibe angesichts des rückläufigen Umsatzes dafür Nordamerika. Hier bleibe abzuwarten, ob Aryzta Umsatz von langfristigen Kunden verloren habe. Der Hinweis des Unternehmens auf den anhaltenden Margendruck lasse zudem eine Verschlechterung der Situation erwarten. Vontobel wird im Anschluss an die heutige Publikation die Schätzungen weiter nach unten anpassen. Das Rating für die Aktie bleibt derzeit auf "Hold".

cf/ra

(AWP)