Aryzta mit besserer Umsatzentwicklung im dritten Quartal als erwartet

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Backwaren-Konzern Aryzta hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (per Ende April) mehr umgesetzt als im Vorjahr. Vor allem Organisch ist die Gesellschaft nicht weiter geschrumpft und sorgt damit für eine Überraschung, hatten die Analysten doch mit einem weiteren Rückgang des organischen Wachstums gerechnet. Einen Ausblick auf das Gesamtjahr wagt die Gesellschaft weiterhin nicht.
30.05.2017 08:42

Das irisch-schweizerische Unternehmen hat zwischen Februar und April 2017 den Umsatz um 2,7% auf 975,2 Mio EUR erhöht. Allein dank Währungseffekten (+2,7%) konnte Aryzta im dritten Quartal wachsen, Akquisitionen hatten keinen Effekt. Ohne die Wechselkurseinflüsse hätte der Umsatz stagniert (organisches Wachstum 0,0%).

Nach der jüngsten Entwicklung stellt dies dennoch eine Überraschung dar, hatte doch in den vorangegangenen zwei Quartalen das organische Wachstum noch klar im Minus gelegen (Q1 -1,2%; Q2 -2,0%). Auch Analysten waren im Vorfeld davon ausgegangen, dass der Konzern organisch weiter geschrumpft ist (AWP-Konsens: -3,2%) und hatten mit 939,5 Mio EUR auch einen tieferen Umsatz erwartet.

GUTER GSCHÄFTSGANG IN EUROPA

Gut lief das Geschäft in Europa, wo der Umsatz um 3,9% auf 436,9 Mio EUR stieg. Organisch betrug das Wachstum 4,3%. In dieser Region sei eine starke Nachfrage verzeichnet worden. Die Verbesserung reflektiere aber auch den Effekt von Volumenverschiebungen in der Schweiz, die später als erwartet anfallen werden. Dies werde in der Folge aber einen negativen Effekt auf das vierte Quartal haben.

Zudem ergäben sich aus dem Brexit und aus Preissteigerungen bei gewissen Rohstoffen weitere negative Effekte, so Aryzta. Die Anpassung der Kapazitäten in Europa würden sich herausfordernd gestalten und würden signifikant mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ursprünglich angenommen, heisst es weiter.

Nur gering gewachsen ist der Umsatz in Nordamerika (+0,1% auf 473,7 Mio). Organisch resultierte dabei ein Minus von 4,3%, was durch positive Währungseffekte (+4,4%) kompensiert wurde. In Nordamerika sehe sich die Gesellschaft weiterhin mit rückläufigen Umsätzen konfrontiert aufgrund von Volumenverlusten im Rahmen von verlorenen Vertragserneuerungen, schreibt die Gesellschaft.

In der Region "Rest der Welt" erhöhte sich der Umsatz kräftig um 15,3% auf 64,6 Mio EUR. Organisch wuchs die Region 3,7% und die Währungen machten +11,6% aus.

HSBC SOLL ALTERNATIVEN FÜR PICARD ENTWICKLEN

Für das Gesamtjahr macht das Unternehmen weiter keine Prognose. Angesichts des Umbaus der Unternehmensführung befinde sich der Verwaltungsrat nicht in der Lage, eine Guidance abzugeben, wird in der Medienmitteilung eine bereits früher gemachte Aussage wiederholt. Die Gesellschaft hat für den vakanten Posten des CEO Mitte Mai Kevin Toland ernannt, der seine Funktion aber erst in einigen Wochen zum Unternehmen stossen wird. Gesucht wird ausserdem ein neuer CFO, dessen Aufgaben derzeit interimistisch David Wilkinson ausführt.

Im weiteren hat der Verwaltungsrat HSBC als Berater beigezogen um Alternativlösungen für die 49%-Beteiligung am französischen Tiefkühlproduktehersteller Picard zu evaluieren. Anfang Mai hatte es Spekulationen im Markt gegeben, dass Picard zur Stärkung der Bilanz verkauft werden solle. Die Spekulationen materialisierten sich dann aber nicht.

Die überraschend gut ausgefallenen Resultate dürften vom Markt positiv aufgenommen werden. Im vorbörslichen Markt notieren die Aryzta-Aktien 2,4% höher.

sig/ra

(AWP)