Aryzta mit leichtem Umsatzplus im Jahr 2015/16 - Schwaches Wachstum im Q4

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
26.09.2016 08:42

Zürich (awp) - Der Backwaren-Konzern Aryzta ist im Geschäftsjahr 2015/16 leicht gewachsen, hat unter dem Strich aber deutlich weniger verdient. Enttäuschend war vor allem das organische Wachstum im vierten Quartal, das deutlich schwächer als von Analysten erwartet ausfiel. Für das Geschäftsjahr 2016/17 stellt das Management ein Gewinnwachstum in Aussicht.

Aryzta weist für das letzte Geschäftsjahr (per Ende Juli) einen 1,5% höheren Umsatz von 3,88 Mrd EUR aus. Der operative Gewinn auf Stufe EBITA nahm hingegen um 5,7% auf 484,9 Mio EUR ab, und die entsprechende Marge verschlechterte sich auf 12,5% von 13,5%, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

Auf Stufe Reingewinn ergab sich in der Folge ein Minus von 5,6% auf 311,5 Mio EUR, der Gewinn pro Aktie (voll verwässert) nahm um 5,0% auf 350,3 Eurocent ab. Es wird folglich eine Dividende von nur noch 0,5731 CHF pro Aktie vorgeschlagen (VJ 0,6555 CHF). Mit diesen Geschäftszahlen hat der Konzern die Prognosen der Analysten knapp verfehlt.

ORGANISCHES WACHSTUM

Das Unternehmen räumt ein, dass das Umsatzwachstum vor allem dank eines positiven Währungseffekts zustande gekommen sei. Das organische Wachstum habe lediglich 0,5% betragen. Dabei habe sich das Europa-Geschäft (+4,0%) positiv, der Bereich Nordamerika (-3,1%) hingegen negativ entwickelt. Die Amerikazahlen seien jedoch stark von Vertragserneuerungen tangiert gewesen, wird betont.

Überraschend schwach fiel das organische Wachstum insbesondere im vierten Quartal aus. Es kam bei +0,8% zu liegen, nachdem es im Q3 +0,9%, im Q2 +0,8% und im Q1 -0,4% gewesen waren. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einer deutlichen Wachstumsbeschleunigung auf 2,3% gerechnet und waren für das Gesamtjahr von einem Plus von 0,8% ausgegangen.

Die abgesetzten Volumina konnten zwar laut den Firmenangaben im vierten Quartal im Unterschied zu den Vorquartalen erhöht werden, bei der Preis/Mix-Komponente gab es hingegen - anders als in den Vorquartalen - keine Fortschritte.

INVESTITIONEN IN MARKEN

Das tiefere operative Ergebnis erklärt das Unternehmen unter anderem mit Investitionen in die Marken La Brea Bakery, Otis Spunkmeyer, Cuisine de France, Hiestand und Fornet. Es sei das Ziel, das Wachstum dieser hochmargigen Produkte anzukurbeln, heisst es dazu.

CEO Owen Killian verweist in der Mitteilung zudem auf die starke Cashgenerierung. Der freie Cashflow habe mit 267 Mio EUR deutlich über dem eigenen Ziel (200 Mio EUR) gelegen. Dadurch habe sich in den letzten Wochen auch eine Möglichkeit zu einer verbesserten Finanzierungssituation ergeben, was die entsprechenden Kosten "signifikant" verringern werde. Die relativ hohe Nettoverschuldung veränderte sich im Verlauf des Geschäftsjahres nur wenig.

HÖHERER GEWINN ANGEPEILT

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016/17 erwartet das Management nun einen Free Cashflow in der Grössenordnung von 225 bis 275 Mio EUR. Ausserdem soll der (bereinigte) Gewinn für das Gesamtjahr 2016/17 im Rahmen des Konsenses bei 358 Cent pro Aktie zu liegen kommen - und damit über dem Wert von 2015/16. Vertragserneuerungen in den USA und Volumenrückgänge in der Schweiz würden das Geschäft hingegen negativ beeinflussen, heisst es weiter.

Am vergangenen Donnerstagabend hatte Aryzta ausserdem einen neuen Präsidenten für den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Gewählt werden soll an der kommenden GV vom 13. Dezember Gary McGann, früher u.a. CEO der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus. Zudem soll der bekannte Schweizer M&A-Anwalt Rolf Watter Mitglied des Leitungsgremiums werden. Die Aktie reagierte am Freitag auf die Ernennung der zwei erfahrenen Manager, die zudem von ausserhalb des Konzerns zu Aryzta stossen, mit einem Kurssprung von fast 10%.

rw/ra

(AWP)