Aryzta schrumpft organisch im ersten Quartal um 2,6% - Probleme unverändert

(Ergänzt mit weiteren Details zu den Regionen) - Der Backwaren-Konzern Aryzta hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 erneut weniger umgesetzt. Vor allem in Nordamerika läuft das Geschäft sehr schlecht. Dort sind es die Probleme bei der US-Tochter Cloverhill, welche den Umsatz stark nach unten ziehen. In Europa ist der schweizerisch-irische Konzern dagegen immerhin organisch leicht gewachsen.
27.11.2017 08:54

Insgesamt nahm der Umsatz laut Mitteilung vom Montag in der Periode von August bis Oktober 2017 um 5,5% auf 909,7 Mio EUR ab. Dabei wird das organische Wachstum der Gruppe mit -2,6% und der Wechselkurseffekt mit -2,9% angegeben. Das organische Wachstum hat sich damit im Vergleich zum vierten Quartal (-5,0%) aber etwas verbessert.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Aryzta zudem die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) leicht übertroffen, wobei vor allem das organische Wachstum etwas besser ausfiel als erwartet (-3,8%).

"HERAUSFORDERUNGEN BLEIBEN DIE GLEICHEN"

"Die Herausforderungen sind noch immer die gleichen, wie sie im September kommuniziert wurden", lässt sich der neue CEO Kevin Toland in der Mitteilung zitieren. Europa wachse im Rahmen der Erwartungen. Die Situation bei Cloverhill in Nordamerika sei derweil weiter schwierig.

Verantwortlich für das negative Gruppen-Wachstum war denn auch vor allem das dortige Geschäft. Der Nordamerika-Umsatz sank insgesamt um 11,5% auf 409,5 Mio EUR, wobei organisch -7,0% resultierten. Der Rückgang ging allerdings vollständig auf das Cloverhill-Geschäft zurück. Ohne diesen Effekt wäre Aryzta laut den Angaben organisch um 1,3% gewachsen (Nordamerika +1,0%).

Bei dieser 2014 übernommenen Gesellschaft gibt es anhaltend vielfältige Probleme am Produktionsstandort. Aryzta spricht hier von einem strategischen Fehltritt, der zu vielen Personalwechseln, Rekrutierungskosten und anhaltender Lohninflation geführt habe. Wie vor dem Wochenende bekannt wurde, hat der US-Kuchenhersteller McKee aus dem US-Bundesstaat Tennessee Aryzta jüngst aufgrund der Probleme bei Cloverhill verklagt.

Weil Cloverhill die in einem Outsourcing-Abkommen bestellten Produkte nicht richtig habe liefern können, sei McKee bereits ein "signifikante" Umsatzverlust entstanden, der "Millionen von Dollar" an Gewinneinbussen zur Folge habe, so die Vorwürfe laut Presseberichten. Der Auftrag an Aryzta sei dann im August gekündigt worden, heisst es dort, nachdem die Probleme gegen Ende Mai aufgetaucht seien.

PREISERHÖHUNGEN ANGESTREBT

In Europa war der Umsatz mit -0,3% zwar ebenfalls leicht rückläufig. Organisch nahm er hingegen um 0,6% zu, wobei der Preis/Mix-Effekt positiv (+1,3%) und der Volumeneffekt (-0,7%) negativ war. Die Auswirkungen eines verlorenen Auftrags in der Schweiz (Coop) würden durch eine "solide" Performance im Rest der Region - auch durch Verbesserungen bei Eisleben in Deutschland - wettgemacht, heisst es dazu. Die Verhandlungen über Preiserhöhungen wegen höherer Butterpreise und dem Brexit gingen ausserdem weiter.

Im "Rest der Welt", der mit 65,0 Mio EUR (+2,5%) allerdings weniger als 10% des Geschäftes ausmacht, legte Aryzta organisch mit +7,8% relativ klar zu. Dabei machten die höheren Volumen +2,7% und der Preis-/Mix-Effekt +5,1% aus.

Aufgrund der anhaltenden Herausforderungen ist Aryzta für den weiteren Ausblick noch immer sehr zurückhaltend mit Prognosen. Die Prioritäten des Managements lägen weiter auf den Verbesserungen des Geschäftes und der Maximierung des freien Cash flows, heisst es. Einzig in Bezug auf den EBITDA macht Aryzta etwas konkretere Angaben: Er soll in etwa im Rahmen des Vorjahres ausfallen. Dies sei angesichts der internen und externen Herausforderungen aktuell die beste Schätzung, heisst es dazu.

Die Aryzta-Aktie legt vorbörslich in einem leicht schwächeren Gesamtmarkt 0,4% zu.

uh/rw

(AWP)