Aryzta überrascht mit negativem organischem Wachstum im ersten Quartal 2016/17

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
28.11.2016 08:37

Zürich (awp) - Der Backwaren-Konzern Aryzta hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2016/17 weniger Umsatz erzielt und ist überraschend auch organisch geschrumpft. Die Ziele für das Gesamtjahr werden gleichwohl bestätigt. Mit den Plänen zur langfristigen Refinanzierung sieht sich das Management auf Kurs.

Der Umsatz nahm in der Periode von August bis Oktober 2016 um 3,3% auf 962,3 Mio EUR ab. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit einem Minus bei dieser Kennzahl gerechnet, nicht zuletzt wegen Devestitionen. Das Ausmass des Rückgangs kommt allerdings überraschend, hatten die Experten im Schnitt (AWP-Konsens) doch einen nur 2,2% tieferen Wert vorhergesagt.

Überraschend ist vor allem die Entwicklung beim organischen Wachstum. Dieses kam bei -1,2% zu liegen, nachdem im vorangegangenen Quartal noch ein Plus von 0,8% ausgewiesen worden war. Die Analysten hatten für das Startquartal einen positiven Wert von 0,4% erwartet. Gewinnzahlen gibt die Gesellschaft für das erste Quartal keine bekannt.

CEO: "IM RAHMEN DER EIGENEN ERWARTUNGEN"

Die Entwicklung des Geschäfts sei "im Rahmen der eigenen Erwartungen" ausgefallen, lässt sich CEO Owen Killian in der Mitteilung gleichwohl zitieren. Er begründet das schwächere organische Resultat mit einem Volumenrückgang in Nordamerika infolge Vertragserneuerungen, dem "Timing" von neuen Aufträgen sowie einer gedämpften Performance in Europa infolge der Konsolidierung der Fertigungs-Kapazitäten in Deutschland.

Ohne den Effekt aus den Vertragserneuerungen hätte organisch ein Umsatzplus von 0,4% resultiert, wird zugleich betont. Aryzta bleibe darauf fokussiert, das organische Wachstumspotenzial zu erschliessen, meint der CEO daher weiter. Dieses sei dank gut positionierter "Assets" vorhanden.

NORDAMERIA SCHWACH

Verantwortlich für das negative Wachstum im ersten Quartal war das Nordamerika-Geschäft. Dort ging der Umsatz um 7,5% auf 462,5 Mio EUR zurück, wobei organisch -4,7% resultierten. Hauptverantwortlich dafür seien Volumenverluste im Rahmen von Vertragserneuerungen, heisst es dazu. Etwas gemildert wurde dieser Effekt durch Preis-Geschäftsmix-Verbesserungen. Betont wird ausserdem, dass die Produkt-Pipeline solide sei.

In Europa war der Umsatz mit -1,4% auf 436,3 Mio EUR zwar ebenfalls rückläufig; organisch nahm er hingegen zu (+1,4%). Im "Rest der Welt", der allerdings lediglich nur knapp 7% des Geschäftes ausmacht, legte Aryzta deutlich zu (+21%; organisch +9,7%).

ZIELE BESTÄTIGT

Die Guidance für das Gesamtjahr wird bestätigt. Somit bleibt es beim Ziel, einen Free Cashflow in der Grössenordnung von 225 bis 275 Mio EUR sowie einen (bereinigten) Gewinn für das Gesamtjahr 2016/17 im Rahmen des Konsenses bei 358 Cent pro Aktie zu erreichen. Dieser soll damit weiterhin über dem Wert des Vorjahres (350 Cent) zu liegen kommen.

Die Pläne für die Refinanzierung seien ausserdem auf Kurs, schreibt die Gesellschaft weiter. Nachdem im September Schulden von knapp 1,4 Mrd EUR über eine Zwischenfinanzierung vorzeitig zurückbezahlt wurden, ist die Gesellschaft nun auf der Suche nach einer längerfristigen Lösung.

Präzisiert werden dabei die erwarteten Finanzkosten für das Gesamtjahr. Diese würden im Bereich von 80 bis 95 Mio EUR zu liegen kommen (bislang: 80-105 Mio).

In ersten Analystenreaktionen ist von einer enttäuschenden Umsatzentwicklung die Rede. 2016/17 werde wohl zu einem weiteren Übergangsjahr, heisst es nach nur einem Quartal. Die Experten erhoffen sich von den Halbjahreszahlen dann vor allem bezüglich Rentabilität weitere Erkenntnisse.

rw/cp

(AWP)