Ascom schreibt wie erwartet rote Zahlen - Keine News zu "Network Testing"

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
17.08.2016 08:38

Baar (awp) - Ascom hat im ersten Halbjahr 2016 weniger Umsatz erzielt und unter dem Strich wie angekündigt einen Verlust erlitten. Es wird unverändert mit einer besseren zweiten Jahreshälfte gerechnet. Keine konkreten Neuigkeiten gibt es zur Zukunft der Sparte "Network Testing".

Der Umsatz nahm in den ersten sechs Monaten um gut 10% auf 181,3 Mio CHF ab, wie das Technologieunternehmen am Mittwoch mitteilt. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verringerte sich in der Folge auf 5,2 Mio CHF und erreichte damit noch einen Viertel des Vorjahreswertes.

Unter dem Strich schrieb Ascom sogar einen Verlust von 5,6 Mio CHF, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 11,4 Mio CHF resultiert hatte. Die roten Zahlen sind keine Überraschung, hatte das Unternehmen doch bereits im Mai solche für das erste Semester in Aussicht gestellt.

Das Ausmass des Verlusts ist gleichwohl überraschend. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Minus von nur 3,4 Mio CHF gerechnet. Bei Umsatz und EBITDA wurden die Prognosen ebenfalls verfehlt: Die Experten hatten einen Umsatz von 189,0 Mio CHF und einen EBITDA von 7,9 Mio CHF erwartet.

TIEFERE MARGE BEI "WIRELESS SOLUTIONS"

Hauptgrund für den Umsatzrückgang und das schlechtere Ergebnis ist laut den Angaben das schleppende Geschäft in der Sparte "Network Testing", die auf Testsysteme für Mobilfunknetze spezialisiert ist. Der Umsatz brach um gut ein Drittel ein, und in der Folge resultierte - trotz Sparprogramm - ein EBITDA-Verlust von 7,9 Mio CHF.

Die Hauptsparte "Wireless Solutions" (u.a. Kommunikationsgeräte für das Gesundheitswesen), die inzwischen rund 80% zum Gruppenumsatz beisteuert, zeigt hingegen eine flache Umsatzentwicklung. Im Healthcare-Bereich, der als zukünftiger Schlüsselmarkt gilt, wurde laut den Angaben sogar ein Wachstum von 6,8% erreicht. Die gesamte Sparte "Wireless Solutions" war im ersten Semester zwar profitabel, die Marge fiel jedoch markant (10,0% nach 14,4%). Letzteres wird mit Volumenrückgängen und der strategischen Neuausrichtung erklärt.

Zur Zukunft der Sparte "Network Testing", für die seit geraumer Zeit strategische Optionen geprüft werden, gibt es keine konkreten Neuigkeiten. In den vergangenen Monaten hätten intensive Gespräche mit strategischen Investoren und Finanzinvestoren stattgefunden, heisst es bloss. Diese Gespräche würden weitergeführt.

CEO-WECHSEL BELASTET ERGEBNIS

Die Gewinnzahlen des Konzerns seien ausserdem durch Kosten infolge des CEO-Wechsels, der Prüfung strategischer Optionen für die Division "Network Testing" sowie Beratungskosten belastet worden, heisst es weiter. Ascom sei trotz der roten Zahlen ein finanziell gesundes Unternehmen, wird zugleich betont. Die flüssigen Mittel hätten per Mitte Jahr 33,6 Mio CHF betragen, und es sei eine Eigenkapitalquote von 35,5% erreicht worden.

Im Ausblick zeigt sich das Unternehmen nach wie vor zuversichtlich, im zweiten Halbjahr in beiden Sparten bessere Ergebnisse zu erzielen - dank eines höheren Auftragsbestands und einer gut gefüllten Verkaufs-Pipeline. Im Healthcare-Bereich werde weiterhin mit einem zweistelligen Wachstum gerechnet. Konkretere Ziele gibt es nicht.

Das Gesamtergebnis werde jedoch durch Restrukturierungskosten in der Höhe von rund 10 Mio CHF belastet, heisst es weiter. Zudem wird betont, es würden keine grossen Akquisitionen geplant.

2016 sei für Ascom ein "Jahr der Transformation", schreibt das Unternehmen. Unter anderem werde der Konzern in eine "OneCompany-Organisation" überführt, wodurch die Kosten sinken sollen.

rw/ys

(AWP)