Ascom will 2017 Schritt zu den Mittelfristzielen machen

(Mit weiteren Angaben und Börsenreaktion ergänzt) - Ascom peilt für das laufende Jahr 2017 einen höheren Umsatz und eine höhere Profitabilität an, nachdem sich der Technologiekonzern 2016 neu aufgestellt hat. Die Zuversicht des Managements, mit Kommunikationslösungen für Spitäler und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens erfolgreich zu sein, ist ungebrochen.
09.03.2017 09:15

Konkret sollen die Verkäufe im laufenden Jahr um 3% bis 6% steigen und die EBITDA-Marge bei 14% bis 15% (zu konstanten Wechselkursen) zu liegen kommen, wie der Technologiekonzern am Donnerstag mitteilt. Der leicht höhere Auftragsbestand im fortgeführten Geschäft am Ende des Jahres bilde eine "solide Basis" für diese Ziele, heisst es dazu im Geschäftsbericht.

Somit will sich das Management unter CEO Holger Cordes im laufenden Jahr ein Stück weit den Mittelfristzielen annähern, die bis 2020 erreicht werden sollen. Konkret wird für das genannte Jahr ein Umsatzwachstum von 7% bis 10% sowie eine EBITDA-Marge von 20% angepeilt. Grosse Akquisitionen seien nicht geplant, unterstreicht das Unternehmen.

Aufgrund der "üblichen Saisonalität" dürfte auch im Jahr 2017 das zweite Halbjahr stärker ausfallen, betont Ascom weiter. Das erste Semester werde noch von den Nachwirkungen der Umstrukturierung und der Rekrutierung von Vertriebsmitarbeitenden beeinträchtigt sein. Im zweiten Semester sollen dann aber laut den Angaben die Lancierung mehrerer neuer Produkte und das grössere Vertriebsteams Schub geben.

FOKUS AUF HEALTHCARE

Besonders viel erhofft sich die Gesellschaft von den Produkten für den Gesundheitsmarkt, zu dem unter anderem das Spital-Kommunikationssystem Myco zählt. Healthcare steuerte 2016 laut den Angaben 63% zum Umsatz von 300,8 Mio CHF (fortgeführten Geschäft, VJ 304,2 Mio) bei. Während die Verkäufe insgesamt stagniert hätten, sei dieser Bereich um 5% gewachsen, wird betont. Auch im laufenden Jahr peilt Ascom mit diesen Produkten ein überdurchschnittliches Wachstum an.

Im vergangenen Jahr hatte sich das Unternehmen auf das Healthcare-Segment ausgerichtet. Das zweite Standbein, Network Testing (Testsysteme für Mobilfunkanlagen) wurde im Herbst hingegen verkauft.

HOHER VERLUST BESTÄTIGT

Dieser Verkauf hinterliess - wie angekündigt - Spuren im Jahresabschluss. So reduzierte sich der Jahresumsatz des Gesamtkonzerns auf 354,3 Mio CHF (VJ 410,8 Mio). Wegen Restrukturierungen und den roten Zahlen bei Network Testing verringerte sich der Konzern-EBITDA auf 16,9 Mio von 43,8 Mio CHF. Und weil im Zusammenhang mit dem Spartenverkauf ein hoher nicht-cashwirksamer Verlust anfiel, steht unter dem Strich ein Jahresverlust von 145,7 Mio CHF.

Für das fortgeführte Geschäft wird der operative Gewinn mit 31,6 Mio nach 45,5 Mio angegeben, womit sich die entsprechende Marge auf 10,5% von 15,0% zurückbildete. Ohne Restrukturierungskosten hätte die Marge 14,0% betragen, wird jedoch betont.

Wie ebenfalls schon bekannt war, sollen die Aktionäre gleichwohl in den Genuss einer Dividende von 0,80 CHF pro Papier (VJ 0,45) kommen. Damit solle ein der Grossteil des Devestitionserlöses von Network Testing an die Aktionäre ausbezahlt werden, hatte es schon früher geheissen.

An der Börse stossen die Neuigkeiten auf wenig Begeisterung. Ascom verlieren im frühen Handel 1,4%, während der SPI mit 0,25% im Minus steht. Analysten verweisen unter anderem auf die schwächer als erwartet ausgefallen Cash-Flow- und Bilanzkennzahlen.

rw/ra

(AWP)