AstraZeneca erleidet Rückschlag bei wichtiger Krebsstudie - Aktie bricht ein

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat einen Rückschlag bei einer wichtigen Lungenkrebsstudie erlitten. Die Anleger reagierten geschockt, die Aktie brach am Morgen an der Londoner Börse um 15 Prozent ein. Die gleichzeitig vermeldeten Halbjahreszahlen fielen durchwachsen aus. AstraZeneca leidet weiterhin unter der Konkurrenz für einige ehemalige Verkaufsschlager und musste erneut einen Erlösrückgang verkraften. Dank Kostensenkungen meldete das Unternehmen allerdings einen überraschend starken Gewinnanstieg.
27.07.2017 09:39

AstraZeneca verfehlte in der Studie mit dem Namen "Mystic" ein primäres Ziel. Demnach konnten die Forscher nicht beweisen, dass eine Kombination aus den Medikamenten Imfinzi und Tremelimumab das Wachstum von Lungenkrebstumoren besser hemmt als eine klassische Chemotherapie. Die Studie ist in der Branche unter anderem deshalb viel beachtet, da Imfinzi als der aktuell wichtigste Hoffnungsträger des Konzerns gilt und ein Kernelement der Wachstumsstrategie von Unternehmenslenker Pascal Soriot ist.

Neue Wachstumsträger hat AstraZeneca aber dringend nötig, denn seit dem vergangenen Jahr kämpft der Konzern vor allem mit den Auswirkungen des Patentablaufs für seinen wichtigen Blockbuster, den Blutfettsenker Crestor. Der Umsatzschwund durch Nachahmer-Mittel liess sich auch im ersten Halbjahr 2017 nicht durch andere Produkte ausgleichen: Zwischen Januar und Juni sackten die Erlöse um 11 Prozent auf 10,46 Milliarden Dollar ab. Der um einige Sondereffekte bereinigte Kerngewinn kletterte hingegen auch dank positiver Währungseffekte um 5 Prozent auf 1,86 Dollar je Aktie und übertraf damit die Schätzungen der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten./tav/jkr/fbr

(AWP)