Ausblick Sonova: Halbjahresumsatz von 1'073 Mio CHF erwartet

Zürich (awp) - Der Hörsystemhersteller Sonova wird am Montag, 14. November, das Ergebnis zum ersten Halbjahr (per 30. September) des laufenden Geschäftsjahres 2016/17 publizieren. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
11.11.2016 13:56
H1 2016/17E
(in Mio CHF)   AWP-Konsens    H1 2015/16A

Umsatz          1'072,6         1'003,2
EBITA             206,5           195,8
Reingewinn        162,5           157,3

FOKUS: Die Analysten hegen bezüglich des Halbjahresergebnis von Sonova keine besonders hohen Ambitionen. Die Resultate dürften nicht beeindruckend ausfallen, schreiben beispielsweise die Analysten von Berenberg in einer Vorschau. Allerdings hat das Management den Markt bereits auf schwache Resultate vorbereitet, als es Mitte September ein Update zur Übernahme von AudioNova machte. Als Gründe dafür nannte es Marktanteilsverluste im deutschen Wohlesalemarkt als Reaktion auf die AudioNova-Übernahme sowie die erst für kurze Zeit zur Verfügung stehende und erst in wenigen Märkten eingeführte neue Belong Plattform. Auch im Segement Cochlea-Implantate konnte die Gesellschaft erst für kurze Zeit von der Lancierung von Naida profitieren.

Das Unternehmen signalisierte aber auch, dass diese Faktoren dann im zweiten Halbjahr positiv zu Buche schlagen sollten. AudioNova wird dann für volle sechs Monate zum Ergebnis beitragen, Belong wird für die gesamte Periode in den meisten der wichtigsten Märkten erhältlich sein - ab November auch bei Veterans Affairs in den USA.

Entsprechd dieser Vorbereitung stehen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Halbjahresresultate weniger die Zahlen im Vordergrund, sondern Aussagen zur Lancierung der nächsten Plattform und dem für 2017 in Aussicht gestellten 2,4 GHz Hörgerät. Ausserdem ist nach dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen auch eine Einschätzung bezüglich des US-Marktes, der zu den wichtigsten von Sonova gehört, gefragt.

ZIELE: Für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 zeigte sich CEO Lukas Braunschweiler im Juni zuversichtlich. Im CI-Geschäft erwarte er, dass sich nach dem schwierigen vergangenen Jahr die Umsätze weiter erholen werden und beim Hörgeräte-Segment gehe er von einem weiterhin guten Umsatzmomentum aus. Getrieben werde das Wachstum durch die "übervolle Produktepipeline".

Für den Gesamtumsatz rechnet Braunschweiler in Lokalwährungen mit einem Wachstum von 4% bis 6% und beim EBITA mit einem Anstieg von 3% bis 7%. Dabei ist kein Beitrag der Mitte September abgeschlossenen Übernahme des holländischen Hörgeräte-Retailunternehmens AudioNova berücksichtigt. Auf pro-forma-Basis - also wenn AudioNova per 1. April 2016 bereits zur Gruppe gehört hätte - beziffert Braunschweiler den Umsatzbeitrag von AudioNova auf 380 Mio CHF und den EBITA-Beitrag auf 50 Mio CHF für das Geschäftsjahr 2016/17. Ausserdem erwartet die Gesellschaft einmalige Transaktions- und Integrationskosten im Umfang von 15 bis 20 Mio CHF.

Als mittelfristige Ziele hat sich Sonova ein durchschnittliches jährliches Wachstum im Umsatz von 5-7% und im EBITA von 7-11% gesetzt. Anlässlich des Investorentages Mitte Oktober legte das Unternehmen auch die mittelfristigen Ziele für die Segmente offen. Dabei wird für Retail eine Umsatzzunahme von 6-8%, im Segment Hearing Instruments von 3-5% und im Segment Implantate von 6-10% anvisiert.

PRO MEMORIA: Mitte September schloss Sonova die im Mai angekündigte Übernahme von AudioNova ab und damit früher als ursprünglich erwartet. AudioNova ist damit ab September 2016 in den konsolidierten Abschluss von Sonova eingeflossen. Bereits im ersten Jahr soll die Akqusition einen Beitrag zum Gruppengewinn leisten. Im Geschäftsjahr 2016/17 werde AudioNova voraussichtlich 210 Mio bis 220 Mio CHF zum Umsatz und 25 Mio bis 30 Mio zum EBITA (vor Einmalkosten) beitragen, sagte im September CEO Braunschweiler.

Die jährlichen akquisitionsbedingten Abschreibungen wurden damals auf voraussichtlich 20 Mio bis 25 Mio, respektive 12 Mio bis 15 Mio für den Rest des laufenden Geschäftsjahres veranschlagt.

Die Aktivitäten von AudioNova und Connect Hearing werden in ein globales Sonova Retailgeschäft zusammengeführt. Geleitet wird der Bereich von Christophe Fond, der per 1. Februar 2017 zum Group Vice President Retail ernannt wird. Fond war bisher für die Optikerkette GrandVision tätig. Bis zu dessen Amtsantritt wird das globale Retailgeschäft von Frank van der Vis (CEO von AudioNova) und Lukas Braunschweiler gemeinsam geleitet.

Die Gesellschaft verfolgt weiterhin eine Strategie der ergänzenden Akquisitionen. So seien etwa weitere Übernahmen im Retailbereich möglich, sagte CEO Braunschweiler am Investoren- und Analystentag im Oktober. Tatsächlich sei die gewünschte Abdeckung noch nicht erreicht. Ziel ist es, die Gruppe in ein "vertikal integriertes Geschäftsmodell" zu transformieren.

AKTIE: Die Sonova-Aktien haben sich von einem Tief im Februar deutlich erholt und erreichten Mitte August ein 52-Wochen-Hoch von 143,20 CHF. Seitdem haben die Titel wieder Terrain eingebüsst, befinden sich aber immer noch mit 1,3% in der Gewinnzone, während der Gesamtmarkt (SPI) etwas mehr als 6% eingebüsst hat.

sig/dm/ab

(AWP)