Autobauer erwarten geringes Wachstum in Europa

Der Autoabsatz in der Europäischen Union dürfte nach Einschätzung des Herstellerverbands ACEA in diesem Jahr kaum wachsen. 2017 werde von Unsicherheit überschattet, sodass die Verkaufszahlen wahrscheinlich nur um ein Prozent zunähmen, erklärte ACEA-Präsident und Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch in Brüssel.
08.02.2017 16:40

Viel hänge von den wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen ab. "Deshalb drängen wir die EU zu weiteren Anstrengungen, um einen fairen Zugang zum globalen Markt zu sichern." 2016 stieg die Zahl der Neuzulassungen in der EU um 6,8 Prozent auf 14,6 Millionen Fahrzeuge, der höchste Stand seit neun Jahren.

Mit Blick auf die Politik treibt die exportabhängige Autoindustrie vor allem die Sorge über eine protektionistische Handelspolitik der USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump um. Er droht mit hohen Zöllen, um die Hersteller zu mehr Investitionen und Arbeitsplätzen in den USA zu zwingen.

Branchenexperten erwarten, dass der bevorstehende EU-Austritt Grossbritanniens die Nachfrage auf diesem wichtigen Markt bremst. Zudem stehen Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland bevor, die das Verbrauchervertrauen trüben könnten. Bisher sei die Konsumentenstimmung aber robust geblieben, sagte Zetsche.

ACEA hatte vor Jahresfrist ebenfalls eine vorsichtige Prognose von zwei Prozent Wachstum ausgegeben. Im Juni wurde sie auf fünf Prozent erhöht.

(AWP)