Automatisierung auf dem Arbeitsmarkt birgt laut IWF-Chefin Gefahren

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat vor den Folgen der zunehmenden Automatisierung auf dem Arbeitsmarkt gewarnt. "Die technologischen Veränderungen, die wir im Moment sehen, stellen eine echte Herausforderung dar", sagte Lagarde am Dienstag bei einer offenen Vorlesung in Berlin.
11.04.2017 16:46

Fast alle Berufe würden sich künftig durch Innovationen wie Robotertechnik und künstliche Intelligenz ändern. Regierungen müssten weltweit dafür sorgen, dass dadurch nicht nur Arbeitsplätze wegfielen, sondern auch neue Chancen für alle entstünden. Das sei auch aus wirtschaftlicher Sicht entscheidend, sagte Lagarde. "Exzessive Ungleichheit ist unvereinbar mit stabilem Wachstum."

Die ehemalige französische Finanzministerin forderte die politisch Verantwortlichen auf, den am schlechtesten ausgebildeten Arbeitnehmern Weiterbildung zu ermöglichen und dabei besonders junge und ältere Menschen in den Fokus zu nehmen. Ausserdem riet sie zu gezielten Investitionen in neue Technologien.

"Wir sollten die Innovation nicht fürchten", sagte Lagarde. Der Schlüssel sei, sich darauf vorzubereiten und Innovationen als Chance wahrzunehmen. Der IWF stehe Regierungen mit Ratschlägen zur Seite.

Bereits am Montag hatte Lagarde bei einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Spitzen von Weltbank sowie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin auf übermässige Ungleichheit aufmerksam gemacht./kuv/DP/jha

(AWP)