Autoneum im ersten Halbjahr mit deutlich höherem Umsatz - Neue Ziele

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
26.07.2016 08:39

Winterthur (awp) - Autoneum hat im ersten Semester 2016 mehr Umsatz erzielt, die Profitabilität gesteigert und unter dem Strich deutlich mehr verdient. Damit wurden die Erwartungen von Analysten leicht übertroffen. Für das Gesamtjahr hat das Management die Ziele präzisiert.

Der Automobilzulieferer Autoneum spürt wenig bis nichts vom verhaltenen Marktumfeld und hat im ersten Halbjahr 2016 beim Umsatz eine neue Bestmarke gesetzt. Die Verkäufe stiegen um 7,6% auf 1,09 Mrd CHF, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. In Lokalwährungen und bereinigt um eine Devestition hätte das Plus gut 10% betragen.

Damit sei das Wachstum der weltweiten Automobilproduktion (+2,4%) "signifikant übertroffen" worden, heisst es weiter. Als Gründe dafür nennt das Unternehmen hohe Produktionsvolumina für neu angelaufene Modelle in Europa, die Belieferung absatzstarker Modelle in Nordamerika und die Fertigung für japanische Fahrzeughersteller in allen Regionen.

PLUS AUCH IN DER REGION SAMEA

Organisch legte das Unternehmen in allen Marktregionen zu, wobei das Plus in Asien (+18%) und Nordamerika (+14%) ausgeprägter war als in der Region Samea (Südamerika, Mittlerer Osten, Afrika) mit +11% und Europa mit +5,7%.

Das Plus in Samea gelang trotz der gravierenden Krise in Brasilien. Dies erklärt das Winterthurer Unternehmen mit Marktanteilsgewinnen in Argentinien und höheren Exportvolumen in Südafrika und der Türkei. Samea ist gleichwohl die einzige Marktregion, die in der Konzernwährung Franken einen Umsatzrückgang (-11%) verzeichnete - wegen der Abwertung des brasilianischen Real und des argentinischen Peso.

SCHWIERIGER VORJAHRESVERGLEICH

Bei den Gewinnkennzahlen ist der Vorjahresvergleich schwierig, weil im Vorjahr ein negativer Sondereffekt (Kartellbusse in Deutschland von 31,5 Mio CHF) und in diesem Jahr ein positiver Sondereffekt (Verkauf einer Fabrik in den USA) anfiel. Letzerer wird nun auf 33,2 Mio CHF rsp. 20,8 Mio CHF nach Steuern beziffert.

Auch bereinigt um diese Effekte sei die Profitabilität gesteigert worden, betont das Unternehmen. So stieg etwa der adjustierte EBITDA um 15% auf 123,8 Mio CHF und der adjustierte EBIT um 16% auf 89,9 Mio CHF. Daraus resultierten Margen von 11,3% und 8,2%. Der bereinigte Konzerngewinn wird mit 60,6 Mio CHF (+25%) angegeben.

Ausschlaggebend dafür waren gemäss den Firmenangaben hohe Kapazitätsauslastungen in Europa und Nordamerika, Produktivitätssteigerungen in allen Regionen sowie niedrigere Rohmaterialpreise in Europa und Asien. Aufgeschlüsselt nach Regionen wurde in Asien (13,3%) die höchste EBIT-Marge erzielt, vor Nordamerika (adj.: 8,9%) und Europa (7,6%). Die Region Samea schrieb wegen Restrukturierungen in Brasilien nach wie vor rote Zahlen. Es gebe jedoch "erste operative Fortschritte", heisst es weiter.

Inklusive der Sondereffekte verdoppelte sich der EBITDA auf 157,0 Mio CHF und der EBIT nahm auf 123,1 von 46,1 Mio CHF zu. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 81,4 Mio CHF nach 17,0 Mio CHF im Vorjahr.

PRÄZISERE ZIELE

Für das Gesamtjahr gibt das Unternehmen neue Ziele aus. Es werde ein Umsatz von "bis zu 2'200 Mio CHF" und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von "über 8%" erwartet. Im Vorjahr war ein Umsatz von 2'086 Mio CHF und eine EBIT-Marge (bereinigt) von 7,6% erzielt worden.

Es werde somit auch im zweiten Halbjahr ein Umsatzwachstum über dem Marktniveau erwartet, betont das Unternehmen. Bislang hatte das Management ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 4% bis 5% sowie eine operative Marge über Vorjahr angepeilt.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Autoneum die Schätzungen der Analysten übertroffen. Diese hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 1,07 Mrd sowie einen adjustierten EBITDA von 118 Mio CHF und einen angepassten EBIT von 85 Mio prognostiziert.

rw/uh

(AWP)