Autoneum im ersten Halbjahr mit höherem Umsatz - Wachstumserwartung gesenkt

(Zusammenfassung) - Autoneum hat im ersten Semester 2017 in einem schwachen Marktumfeld mehr Umsatz erzielt. Betriebs- und Konzerngewinn konnten im Vergleich zu den um den Verkauf eines US-Werks bereinigten Vorjahreswerten zulegen. Das Management rechnet mit einer Nachfrageabschwächung in Nordamerika und hat die Wachstumsaussichten etwas abgemildert. Die Aktie reagiert mit Abgaben.
25.07.2017 13:50

Der Umsatz wuchs um 2,4% auf 1,12 Mrd CHF. Der EBIT stieg gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert um 3,6% auf 93,1 Mio CHF, wobei eine Marge von 8,3% (VJ 8,2%) resultierte. Gegenüber dem nominalen Vorjahreswert von 123,1 Mio (Marge 11,3%) war das ein Minus von 24%.

Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 61,2 Mio CHF nach adjustierten 60,6 Mio (nominal 81,4 Mio) im Vorjahr. "Auf bereinigter Basis haben wir beim Konzerngewinn einen Rekordwert erreicht", betonte CEO Martin Hirzel. In der Vorjahresperiode wurde das Unternehmensergebnis durch den Gewinn aus dem Verkauf des UGN-Werks in Chicago Heights (Illinois), USA, begünstigt.

BIS AUF NORDAMERIKA ALLE REGIONEN MIT WACHSTUM

Bis auf Nordamerika (-1,9%, 507,9 Mio CHF) konnte Autoneum in allen Marktregionen zulegen. Am starken Wachstum der Automobilproduktion in Mexiko habe man im ersten Halbjahr 2017 aufgrund des aktuellen Auf- und Ausbaus der dortigen Fertigungskapazitäten nur eingeschränkt partizipieren können, heisst es. Die stagnierenden Produktionsvolumen würden die Kapazitätsauslastung und Kostenflexibilisierung schwierig gestalten, was auch die Marge belastete.

"In Nordamerika rechnen wir insgesamt mit einer schwächeren Nachfrage, die jedoch vor allem die USA und Kanada betreffen wird", sagte Hirzel. In Mexiko wird mit weiterem Wachstum gerechnet.

In Europa (+2,4%, 446,4 Mio CHF) sei das Marktwachstum übertroffen worden, heisst es. Ausschlaggebend dafür sei die Belieferung absatzstarker Modelle gewesen. Volumen und Auslastung hätten positiv gewirkt, ebenso wie operative Verbesserungen und rekordtiefe Ausschussraten.

Asien (+9,8%, 109,3 Mio. CHF) wuchs den Angaben zufolge ebenfalls stärker als der Markt, wobei Investitionen und höhere Rohmaterialkosten die Marge belasteten.

In der Region SAMEA (Südamerika, Mittlerer Osten, Afrika; +29%, 55,4 Mio) seien höhere Auftragsvolumen in Brasilien und Argentinien sowie hohe Exportvolumen in der Türkei ausschlaggebend gewesen. Die Business Unit hat wieder die Gewinnzone erreicht, wobei Effizienzsteigerungen in den südamerikanischen Werken als Grund genannt werden, die zu niedrigeren Material- und Personalaufwänden geführt haben.

In Südamerika zeichne sich eine weitere Verbesserung ab. "Wir hoffen hier auf einen Aufschwung. Seit Jahren mit Rückgängen sieht Südamerika erstmals wieder Wachstum, allerdings von einem sehr tiefem Niveau ausgehend", sagte der Autoneum-Chef.

WACHSTUMSERWARTUNG GESENKT

Der Ausblick für das Gesamtjahr trübt sich etwas ein. Das Management rechnet aufgrund der im zweiten Halbjahr 2017 erwarteten weiteren Nachfrageabschwächung im nordamerikanischen Markt für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum über dem Markt, jedoch unter den jährlich angestrebten 4% bis 5%. Die EBIT-Marge wird bei über 8% erwartet.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr rechnet Finanzchef Martin Zwyssig mit einer normalen saisonalen Entwicklung. So werde sich die Marge in Europa eher abschwächen. Aufgrund des chinesischen Neujahrfestes zu Beginn des Jahres sei in Asien das zweite Semester eher das stärkere.

Mit den Zahlen hat der Automobilzulieferer die Schätzungen der Analysten erfüllt. Der Ausblick sei insbesondere beim Umsatz eine Nuance verhaltener, heisst es etwa bei der ZKB. Die Autoneum-Aktie verliert am Dienstagmittag bei relativ hohen Volumen 3,1% auf 247,60 CHF. Zeitweise betrug das Minus bis zu 5,0%.

yr/cp

(AWP)