Autoneum publiziert "Umsatzwarnung" - Aktie leicht im Minus

(Mit Analystenkommentaren und Aktienkurs ergänzt) - Der Industriekonzern Autoneum präzisiert seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr. Entgegen früheren Annahmen werde der Umsatz den Wert des Vorjahres nur noch leicht übertreffen, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Begründet wird dies mit einer "stark rückläufigen Fahrzeugproduktion in den USA".
26.10.2017 10:06

Schon bei der Präsentation der Halbjahreszahlen hatte das Management auf die Nachfrageabschwächung im nordamerikanischen Markt hingewiesen. Damals war ein Umsatzwachstum über dem Markt, jedoch unter den jährlich angestrebten 4% bis 5% in Aussicht gestellt worden. Beim Marktwachstum war auf eine Schätzung von 2% verwiesen worden. Unverändert ist die Prognose zur EBIT-Marge, die bei über 8% erwartet wird.

Für Analysten kommt die "Umsatzwarnung" nicht völlig überraschend. "Wir erwarteten eine schwierige Situation in den USA", schreibt der Experte von Vontobel in einem ersten Kommentar. Gleichwohl werde er seine Umsatzschätzungen leicht reduzieren. Auch der zuständige ZKB-Experte will seine Umsatzprognose revidieren. Lob erhält die Gesellschaft von beiden Analysten für die bestätigte EBIT-Margen-Guidance. Er werde daher seine Gewinnschätzungen nur "marginal" reduzieren müssen, so der ZKB-Experte weiter.

An der Börse geben die Autoneum-Papiere gleichwohl nach. Um 9.35 Uhr notieren sie 0,8% im Minus bei 265,50 CHF. Sie hatten schon in den letzten Wochen Einbussen erlitten, vom Allzeithoch von knapp 298 CHF (10.03.2017) sind sie mittlerweile ohnehin ein schönes Stück entfernt.

AUSBAU IN CHINA

Ausserdem teilt der Automobilzulieferer mit, dass ein neues Werk im ostchinesischen Yantai kürzlich in Betrieb genommen wurde und bereits in Serie produziere. Dieses neue Werk bilde nur den Auftakt einer signifikanten Kapazitätserweiterung in China. Bereits in wenigen Wochen starte das neue Werk in Changsha in der Provinz Hunan. Noch im Bau befinden sich laut den Angaben ein Werk im rund 100 Kilometer südwestlich von Shanghai gelegenen Pinghu (Provinz Zhejiang) und eine Fabrik in Shenyang Tiexi in der Provinz Liaoning im Nordosten des Landes.

Mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten in China würden trotz regional herausfordernder Märkte die Weichen für weiteres, profitables Wachstum gelegt, schreibt die Gesellschaft dazu.

rw/tp

(AWP)