Autoneum verkauft wegen anhaltender Nachfrageschwäche Fabrik in Brasilien

(Meldung vom Vorabend mit Analystenkommentaren und Aktienkurs ergänzt) - Der Automobilzulieferer Autoneum passt die Produktionskapazitäten in Südamerika den Marktgegebenheiten an und verkauft das Werk im brasilianischen Betim an die STS Group. Autoneum sehe sich seit mehreren Jahren mit einer anhaltenden, konjunkturell bedingten Nachfrageschwäche am südamerikanischen und insbesondere brasilianischen Automobilmarkt konfrontiert, teilen die Winterthurer am Mittwochabend mit.
22.06.2017 12:40

Den Vollzug des Verkaufs erwartet Autoneum im zweiten Halbjahr 2017. Dabei übernehme der deutsche Automobilzulieferer STS die rund 90 Werksmitarbeiter in Betim und werde auch die Belieferung des bestehenden Kundenstamms fortsetzen. Finanzielle Angaben zum Verkauf werden in der Mitteilung keine gemacht.

Autoneum produziert aber nach wie vor in Südamerika. Die verbleibenden drei brasilianischen Werke in Gravataí, São Paulo und Taubaté sowie die Fertigungsstätte im argentinischen Córdoba würden weiterhin multifunktionale Komponenten für Akustik- und Wärmemanagement für internationale Automobilhersteller produzieren, so die Mitteilung.

GUTE NACHRICHT, ABER WENIG RELEVANT

Eine gute Nachricht, heisst es in einem Kommentar der Bank Vontobel. Der Umsatz und Marktanteil von Autoneum dürften von dem Schritt aber kaum merklich tangiert werden, wie Analyst Michal Lichvar schreibt. In der Region SAMEA könnte seinen Ausführungen zufolge die Gewinnschwelle beim EBIT im Geschäftsjahr 2018 erreicht werden. Für Armin Rechberger von der Zürcher Kantonalbank kommt die Kapazitätsanpassung nicht überraschend und sie sei aufgrund der Grösse nicht von wesentlicher Bedeutung.

An der Börse reagieren die Investoren gelassen. Gegen 11.50 Uhr büsst die Autoneum-Aktie bei dünnem Volumen 0,6% ein, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt etwas zulegen kann (+0,07%).

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(AWP)