Axa-Chef bekräftigt Abneigung gegen grosse Zukäufe - Kein Interesse an Generali

Der französische Versicherer Axa hat weiter kein Interesse an einer grossen Übernahme. Einem möglichem Kauf des italienischen Rivalen Generali, um den sich schon seit längerer Zeit und in den vergangenen Tagen wieder verstärkt Übernahmespekulationen ranken, erteilte Axa-Chef Thomas Buberl erneut eine klare Absage.
25.01.2017 07:44

Wenn jemand den Konsolidator in der Branche spielen und den Markt aufräumen wolle, könne er das tun, sagte er am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der "Süddeutschen Zeitung" in Bergisch Gladbach. "Unsere Strategie ist das nicht." Er hatte bereits im vergangenen Herbst gesagt, dass der Kauf eines grossen Rivalen wie der Generali oder Zurich für die Axa "überhaupt keinen Sinn" habe.

Eine grosse Akquisition würde auch am Finanzmarkt nicht gut angekommen. Ein führender Versicherungsanalyst habe ihn im Zusammenhang mit den neuen Gerüchten über eine Generali-Übernahme angerufen und auf Englisch gesagt: "Thomas, wenn du das tust, wirst du gekreuzigt." Er aber wolle nicht gekreuzigt werden, sagte Buberl.

Der deutsche Manager, der im vergangenen Jahr an die Spitze des französischen Versicherers gerückt war, sieht die Zukunft der Branche verstärkt am Rand des traditionellen Geschäfts, etwa in der Beratung der Kunden bei der Vermeidung von Risiken. Über eine Generali-Übernahme durch die Axa war im vergangenen Sommer immer wieder spekuliert worden - bis dann Buberl dem ganzen eine Absage erteilt hatte.

Dennoch kursierten am Markt immer wieder Spekulationen, dass Axa als Interessent auftreten könnte - zumal der neue Generali-Chef Philippe Donnet von den Franzosen kommt. Zuletzt zeichnete sich aber ohnehin eine andere Konstellation ab.

Am Dienstagabend bestätigte die italienische Grossbank Intesa Sanpaolo, dass sie über ein Zusammengehen mit Generali nachdenkt. Die Spekulationen waren zuletzt durch einen Bericht der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" hochgekocht. Der Kurs der Generali-Aktien stieg daraufhin um mehr als zehn Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang 2016. Der Versicherer ist damit an der Börse rund 24 Milliarden Euro wert.

Das Management von Intesa prüft nach eigenen Angaben weiterhin jede Möglichkeit, die Wettbewerbssituation des eigenen Unternehmens zu verbessern. Zu den Optionen zähle auch eine Kombination mit Generali. Diese Möglichkeit werde wie weitere Alternativen derzeit von der Bankführung untersucht.

Am Wochenende hatte die Zeitung "La Stampa" bereits berichtet, Intesa wolle mit Unterstützung des deutschen Versicherers Allianz im grösseren Stil bei Generali einsteigen./stw/zb/fbr

(AWP)