Axa lehnt Übernahmen grosser Rivalen ab

MÜNCHEN (awp international) - Der französische Versicherer Axa lehnt die Übernahme eines grossen Rivalen ab. In den vergangenen Monaten hatte es eine Reihe von Presseberichten mit Spekulationen über einen Kauf des italienischen Marktführers Generali gegeben. "Das macht überhaupt keinen Sinn", sagte Axa-Chef Thomas Buberl der "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe). Allianz, Zurich und Generali seien die Wettbewerber von heute, künftig werde es Axa mit anderen Gegner zu tun haben. "Ich habe sehr klare Indizien, dass die Wettbewerber von morgen Google , Apple und Facebook heissen", sagte de Manager. Axa werde durch die Übernahme eines Wettbewerbers nicht fit für diesen Wettbewerb, sondern binde Management-Kapazität und Kapital. "Wir sind gross genug", sagte Buberl.
03.10.2016 21:38

Ohnehin werde der anstehende Umbau in der Versicherungswirtschaft sehr lange dauern. Die grossen Marktteilnehmer müssten nicht fusionieren, und die kleinen hätten oft Bestände mit problematischen Verträgen, die niemand übernehmen wolle. Buberl steht seit dem 1. September 2016 an der Spitze des grössten französischen Versicherers. Der Konzern wolle eine Milliarde Euro investieren und sich dabei auf die Kranken- und Gewerbeversicherung konzentrieren, sagte er. Ausserdem sei Asien ein Investitionsschwerpunkt.

Buberl rechnet nicht mit einem baldigen Zinsanstieg. "Es ist unwahrscheinlich, dass irgendetwas Massgebliches vor 2020 passiert", sagte er. Das hänge auch mit der Dauer des Mandates von EZB-Präsident Mario Draghi zusammen. "Und auch dann würde ich nicht von Zinsniveaus von vier, sechs oder sieben Prozent träumen. Das wird irgendwo bei maximal zwei bis drei Prozent liegen."/he

(AWP)