Axa Winterthur steigert Reingewinn bei tieferen Prämieneinnahmen

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Versicherung Axa Winterthur hat im ersten Halbjahr 2017 weniger an Prämien eingenommen, unter dem Strich aber deutlich mehr verdient. Vor allem höheren Renditen bei Wandelanleihen führten zu einem rund 10% höheren Reingewinn.
03.08.2017 13:00

Der grösste Schweizer Versicherer nahm in den ersten sechs Monaten des Jahres 8,43 Mrd CHF an Bruttoprämien ein. Das entspricht einem Rückgang von 2,9%. Gestützt wurde die Volumenentwicklung von einem Anstieg in der Schaden- und Unfallversicherung, wie die Tochter des französischen Axa-Konzerns am Donnerstag mitteilte. Die beiden Lebensversicherungsbereiche entwickelten sich hingegen rückläufig.

Der Betriebsgewinn, der hauptsächlich aus dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie den Erträgen aus Kapitalanlagen besteht, blieb mit 446 Mio CHF stabil. Der Reingewinn legte um 10,5% auf 410 Mio CHF zu. Gründe für die Steigerung seien hauptsächlich eine positive Wertentwicklung von Wandelanleihen und alternative Kapitalanlagen, heisst es im Communiqué. Antimo Perretta, Chef von AXA Winterthur, spricht von einem "sehr solides Ergebnis".

In der Vorjahresperiode hatte die Gruppe wegen einer schlechteren Situation an den Finanzmärkten noch einen Gewinneinbruch um fast ein Drittel auf 371 Mio CHF erlitten.

WACHSTUM IN SCHADENVERSICHERUNG

In der Schaden- und Unfallversicherung stieg das Prämienvolumen um 1,3% auf 3,1 Mrd CHF. Insbesondere das Unternehmenskundengeschäft verlief für Axa Winterthur mit einem Plus von 2,2% erfreulich.

Auch das Privatkundengeschäft legte zu. Die Netto-Neuverträge bei Motorfahrzeug- und Haushaltversicherungen gingen zwar im Vergleich zum Vorjahr um 29,5% zurück. Dennoch konnten netto 13'300 neue Kunden gewonnen werden.

Die Unwetterschäden der letzten Wochen schlugen mit insgesamt rund 45 Mio CHF zu Buche. Davon belasten 13 Mio CHF das Ergebnis des ersten Halbjahres.

Das Verhältnis von Schadenleistungen und administrativem Aufwand zum Prämienvolumen (Combined Ratio) verbesserte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 85,4%. Unter einem Wert von 100% ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

RÜCKSCHRITT IN LEBENSVERSICHERUNG

Als Sorgenkind von Axa Winterthurer erweist sich die Lebensversicherung, wo die Gruppe erneut Rückschläge einstecken musste. Sowohl im Kollektivleben- als auch im Einzellebengeschäft erzielte die Versicherung tiefere Prämieneinnahmen.

Die Bruttoprämien im Kollektivlebengeschäft, das auch die berufliche Vorsorge umfasst, gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5,2% auf 4,9 Mrd CHF zurück. Das klassische Neugeschäft verringerte sich um 11,8%.

Im teilautonomen Markt, auf den die Axa Winterthur seit zwei Jahren vermehrt setzt, stieg die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge um 12%. Fast ein Drittel des erweiterten Neugeschäftsvolumens machen inzwischen teilautonome Lösungen aus.

Dieses Versicherungsmodell unterliegt einer weniger strengen Regulierung als die Vollversicherung. Die erwartete Anlagerendite der beruflichen Vorsorge ist höher, dafür liegen die Risiken teilweise oder ganz beim Kunden. Auf das Vollversicherungsmodell mit seinen umfassenden Sicherheiten setzen vor allem kleinere Unternehmen.

Das tiefe Zinsniveau wirkte sich weiterhin negativ auf das Einzellebengeschäft aus. Die Axa Winterthur nahm in diesem Bereich 4,4% weniger an Prämien ein. Deutlich rückläufig verlief auch das Neugeschäft mit einem Minus von 14,4%.

mk

(AWP)