Axa Winterthur will bis 2020 100'000 Kunden in der Zusatzversicherung gewinnen

Axa Winterthur bietet ab Juli Krankenzusatzversicherungen an. Bis 2020 sollen im Gesundheitsmarkt 100'000 Kunden gewonnen werden, bis in zehn Jahren strebt der Versicherer einen Marktanteil von 5% im Zusatzversicherungsgeschäft an.
30.06.2017 14:00

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat grünes Licht für das neue Geschäft der Axa Winterthur gegeben, wie die Versicherungsgesellschaft am Freitag vor den Medien in Zürich mitteilte. Im Dezember war bekannt geworden, dass die Gesellschaft rund elf Jahre nach dem Verkauf der Krankenkasse Wincare zurück ins Geschäft mit der Krankenversicherung will. Dies ist schweizweit ein Markt von 7 Mrd CHF. Verworfen hat sie einen Einstieg in das Geschäft mit der Grundversicherung.

Heute seien rund 80% der Versicherten bei einem Anbieter grund- und zusatzversichert, sagte Dominique Kasper, Leiter Gesundheitsvorsorge der Axa Winterthur. Zwar sei dies häufig teurer, bedeute aber für die Kunden weniger Aufwand. Die Axa Winterthur versucht die Kunden daher für sich zu gewinnen, indem sie ihnen den Aufwand abnimmt.

UNTERSTÜTZUNG BEIM WECHSEL

So bietet sie ihren Versicherten Unterstützung an bei der Auswahl und dem Wechsel der Grundversicherung. Sie berechnet die Angebote, berät den Kunden und übernimmt die Formalitäten bei einem allfälligen Wechsel. Auf Vermittlungsprovisionen verzichte die Axa Winterthur.

Auch bei den Rechnungen will sich die Axa als erste Anlaufstelle positionieren: Die Kunden können sämtliche Rechnungen digital bei der Versicherung einreichen und sie übernimmt die Aufteilung zwischen Grund- und Zusatzversicherung. Die Korrespondenz erfolge praktisch nur noch elektronisch.

Aufgebaut hat die Axa Winterthur das Angebot innerhalb von zwölf Monaten. Das Zusatzversicherungsteam startet mit 20 Festangestellten in Winterthur sowie 35 neu rekrutierten Fachberaterinnen und Fachberater Gesundheitsvorsorge. Die Belegschaft soll noch wachsen. Daneben beraten auch die Vorsorgeberater die Kunden bei der Zusatzversicherung. So ist mit dem Agenturnetz eine landesweite Marktabdeckung möglich, wie es hiess.

REAKTION AUF MARKTVERÄNDERUNGEN

Der Einstieg der Axa Winterthur in den Gesundheitsmarkt erfolgt im Rahmen der "Strategie 2020". Diese hat Innovationen zum Ziel, die über das angestammte Geschäftsmodell hinausgehen.

So soll in Zukunft ein ganzheitliches Dienstleistungsangebot rund um die Gesundheitsvorsorge angeboten werden. Durch die Kombination von Privat- und Gesundheitsvorsorge wird die Axa Winterthur den Angaben zufolge die erste Schweizer Versicherung, die das Thema Vorsorge umfassend und aus einer Hand anbieten könne.

"Eine Transformation ist in unserer Branche dringlich", sagte Axa-Winterthur-Chef Antimo Perretta. So gebe es angesichts der Digitalisierung neue Kundenerwartungen. Erträge fielen beispielsweise wegen den tiefen Zinsen weg. Dazu drohe Konkurrenz von branchenfremden Playern wie Google oder Startups.

Axa Winterthur ist seit 2006 eine Tochter des französischen Versicherungsriesen Axa. Noch als Winterthur hatte die Assekuranz 2006 ihre Krankenkasse Wincare an Sanitas verkauft. Der Konzern ist laut eigenen Angaben der grösste Versicherer der Schweiz und kommt auf einen Marktanteil von über 20%.

tt/tp

(AWP)