Axpo-Chef will den Wasserzins nicht abschaffen - aber neue Lösungen

Chur (awp/sda) - Der Axpo-Stromkonzern will den Wasserzins nicht abschaffen. Aber es müssten Lösungen gesucht werden, die für die Berggemeinden und die Energiewirtschaft akzeptabel seien, sagt Axpo-CEO Andrew Walo in einem Interview.
15.11.2016 10:11

Mit den Energiepreisen sind auch die Wasserzinsen unter Druck geraten. Wasserzinsen sind das Entgelt, das die Betreiber von Wasserkraftwerken den Gemeinden für die Nutzung des Wassers zur Stromerzeugung zahlen. Verhandlungen über einen neuen Wasserzins zwischen der Stromwirtschaft und den Wasserzinskantonen waren Mitte Jahr gescheitert.

"Wir anerkennen ausdrücklich die Wichtigkeit der Wasserzinsen für die Kantone und insbesondere die Gebirgskantone", sagte Axpo-CEO Andrew Walo in einem am Dienstag in der Zeitung "Südostschweiz" publizierten Interview. "Wir wollen die Wasserzinsen nicht abschaffen," betonte er.

Es müssten aber Lösungen gefunden werden, die für die Stromwirtschaft und die Gebirgsgemeinden akzeptabel seien. Derzeit sind laut dem Axpo-Chef Lösungen über einen Sockelbeitrag und zusätzlichen variablen Komponenten in Diskussion. Der variable Teil würde sich gemäss Walo an den Marktpreisen orientieren.

Der Wasserzins ist im Zusammenhang mit der Abstimmung Ende November über den Atomausstieg wieder verstärkt zum Thema geworden. In Graubünden empfiehlt der Vorstand der Interessengemeindeschaft Konzessionsgemeinden den über 50 Mitgliedern und somit etwa der Hälfte aller Gemeinden, ein Ja in die Urnen zu legen.

Der Grund sind die Wasserzinsen, die nach der Befürchtung der Interessengemeinschaft nicht nur unter Druck sind, sondern sogar gekappt werden könnten. Die Bündner Kantonsregierung lehnt die Atomausstiegs-Initiative ab.

(AWP)