Axpo leidet im ersten Halbjahr weiterhin unter tiefen Strompreisen

(Durchgehend ergänzt, u.a. mit Aussagen des Mediensprechers)
13.06.2016 09:20

Baden (awp) - Der Energiekonzern Axpo hat im ersten Halbjahr 2015/16 unter den tiefen Grosshandelspreisen für Strom gelitten. Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn gingen gegenüber der Vorjahresperiode zurück. Auf das Ergebnis drückte zudem der Ausfall des Kernkraftwerks Beznau 1. Mit Blick auf das zweite Halbjahr rechnet der Konzern mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld.

Die konsolidierte Gesamtleistung ging im per Ende März abgeschlossenen ersten Semester um knapp 5% auf 3,05 Mrd CHF zurück. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank gar um gut 40% auf 372 Mio, wie Axpo am Montag mitteilte. Unter dem Strich resultierte eine um 18% tieferer Unternehmensgewinn von 350 Mio CHF.

Hauptgrund für die tieferen Ergebnisse sind laut Axpo die weiter gesunkenen Grosshandelspreise und die tiefen Preise für Öl, Gas und Kohle. Hinzu kommen die verschiedenen staatlichen Eingriffe in den Energiemarkt im In- und Ausland, die nach wie vor zu Marktverzerrungen führten. Dass der Gewinn deutlich weniger sank als der EBIT, sei auf ein verbessertes Finanzergebnis und deutlich tiefere Ertragssteuern zurückzuführen.

GENEHMIGUNG FÜR BEZNAU 1 BIS ENDE 2016 ERWARTET

Zudem drückte der anhaltende Stillstand von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau auf die Ergebnisse. Die Anlage ist bereits seit 13. März 2015 nicht mehr am Netz. Die Axpo erwarte die Wiederanfahrgenehmigung des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) bis Ende 2016, bestätigte ein Unternehmenssprecher frühere Angaben. Die Kosten für den Ausfall der Stromproduktion und die Untersuchungen seit August 2015 könnten nach heutigem Wissensstand weiterhin auf 200 Mio CHF beziffert werden.

Die Nettoinvestitionen stiegen im ersten Semester auf 462 Mio gegenüber 365 Mio CHF im Vorjahr. Die höheren Investitionen seien primär auf die Akquisition der Volkswind Gruppe zurückzuführen. Der Free Cashflow lag im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei -327 Mio CHF.

PREISE WEITERHIN UNTER DRUCK

Mit Blick auf das Gesamtjahr sieht sich Axpo weiterhin mit einem anspruchsvollen Marktumfeld konfrontiert. "Eine Tendenz zu einer Preiserhöhung im Grosshandel ist nach wie vor nicht auszumachen", so der Unternehmenssprecher. Die Absicherungsgeschäfte hätten im ersten Halbjahr zwar die sinkenden Strompreise etwas kompensieren können, böten aber bei weiteren Preisrückschlägen nur einen begrenzten Schutz.

Der Fokus des Unternehmens liege weiterhin auf dem Kostenmanagement und der Erschliessung neuer Ertragsquellen. Die Abhängigkeit vom Strompreis soll weiter reduziert und strategisch nicht zentrale Anlagen veräussert werden. Mehr Gewicht innerhalb des Unternehmens sollen die erneuerbaren Energien erhalten. Bereits im kommenden Geschäftsjahr rechnet Axpo damit, mehr Geld mit erneuerbaren Energien zu verdienen als mit konventioneller Energieproduktion.

uh/ys/an

(AWP)