Axpo prüft Verkauf von Wasserkraft - 50% an Kraftwerke Wägital im Gespräch

Zürich (awp) - Der Energiekonzern Axpo prüft den Verkauf von Beteiligungen an Wasserkraftwerken. In der Tat werde ein Portfolio von Wasserkraftwerken beziehungsweise von Anteilen eruiert, die zum Verkauf angeboten werden sollen, sagte Unternehmenssprecher Ueli Walther am Mittwoch auf Anfrage von AWP.
28.09.2016 15:51

Zuvor hatte die "Handelszeitung" online berichtet, dass Axpo prüfe, Anteile und Bezugsrechte an sechs Schweizer Wasserkraftwerken zu verkaufen. Der Deal solle bis Ende Jahr unter Dach und Fach sein, schreibt das Blatt unter Berufung auf einen Verkaufsprospekt.

Die Anzahl der betroffenen Kraftwerke wollte der Sprecher gegenüber AWP nicht bestätigen. Die Gesellschaft prüfe etwa einen allfälligen Verkauf ihres Anteils von 50% an der AG Kraftwerke Wägital im Kanton Schwyz, sagte er lediglich. Der Verkaufsprozess sei im Gange, es seien jedoch noch keine Entscheide gefallen. Details zum Verkaufsprozess würden nicht kommuniziert.

Die nachhaltige Sicherung der Liquidität und Kapitalmarkfähigkeit sowie die Steigerung der Rentabilität blieben angesichts des anhaltend schwierigen Marktumfelds oberstes strategisches Ziel, so der Sprecher weiter. Mit einem grossen Produktionspark in der Schweiz sei Axpo den Risiken des aktuell sehr tiefen Strompreises stark ausgesetzt. "Diese Abhängigkeit vom Strompreis müssen wir minimieren."

Deshalb sei bereits im Dezember 2015 angekündigt worden, genau zu prüfen, welche konventionelle Kraftwerke, Kraftwerksbeteiligungen oder Energiebezugsrechte strategisch wichtig sind, und von welchen man sich trennen wolle. Im Fokus der Prüfungen seien neben der Wasserkraft auch einige Gaskraftwerke und Kernenergie-Langzeitbezugsverträge.

Axpo hatte erst in der vergangenen Woche hohe Wertberichtigungen angekündigt und damit erneut einen deutlichen Verlust für das Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende September) in Aussicht gestellt. Die detaillierten Zahlen werden am 21. Dezember veröffentlicht. Im Vorjahr hatte Axpo einen Verlust von knapp 1 Mrd CHF erlitten.

Weiterhin ist auch der Atomkraftwerk Beznau 1 ausserplanmässig vom Netz. Der Reaktorblock läuft bereits seit März 2015 nicht mehr.

ys/tp

(AWP)