Axpo rechnet 2017 wieder mit Gewinn und setzt Strategie aus eigenen Mitteln um

Die Neuausrichtung des Energiekonzerns Axpo scheint auf Kurs zu sein. Nach einem Rekordverlust im letzten Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen wieder ein positives Jahresergebnis. Dank der verbesserten Aussichten werde für die geplante Neuausrichtung auf zusätzliches Kapital verzichtet, teilt das Unternehmen am Dienstag mit.
19.09.2017 08:35

Ende 2016 hatte der Energiekonzern angekündigt, sich neu ausrichten zu wollen und den Wachstumsbereich abzuspalten. Zu diesem Bereich unter dem Arbeitstitel "Axpo Solutions" kommen die subventionierten und darum finanziell attraktiven Windpärke, einzelne gewinnbringende Wasserkraftwerke, die staatlich regulierten und damit lukrativ zu betreibenden Netze sowie das nicht von Strompreisen abhängige internationale Dienstleistungsgeschäft.

Zum anderen Bereich nach dem Modell einer Bad Bank gehören die Problemfälle: die Atomkraftwerke, die Energiebezugsverträge mit Frankreich und die weniger attraktiven Wasserkraftwerke.

Von einer zuvor angedachten Öffnung für Investoren von "Axpo Solutions" sehe der Axpo Verwaltungsrat nun allerdings ab, heisst es. Grund sei einerseits die erfolgreiche Umsetzung der auf Cashflow-Stärkung und Wertsteigerung ausgerichteten Strategie. Andererseits geht Axpo von sich verbessernden politischen Rahmenbedingungen, einer Entspannung bei den Strompreisen ab 2020 sowie einer Erholung des Euro aus.

"OHNE ZUSÄTZLICHES KAPITAL WEITERENTWICKELN"

Trotzdem schliesst Axpo die Aufnahme von frischem Kapital noch nicht grundsätzlich aus. Mit der Ausgestaltung der Anfang September 2017 gegründeten "Axpo Solutions" habe man die Voraussetzungen, um innert Jahresfrist zusätzliches Kapital zu beschaffen, "falls sich dies als wünschenswert erweisen sollte".

Denn trotz der erfreulichen Entwicklungen blieben die Herausforderungen in den nächsten Jahren beträchtlich, heisst es weiter. CEO Andrew Walo wird mit den Worten zitiert: "Axpo ist wegen ihrer Preis- und Währungsabsicherung bis 2019 den negativen Effekten aus der Strompreisbaisse und dem schwachen Euro direkt ausgesetzt. Erst danach entspannt sich die Situation." Und ob sich die Preise nachhaltig erholten, sei keineswegs sicher.

Das detaillierte Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres 2016/17 wird Axpo anlässlich der Bilanzmedienkonferenz vom 20. Dezember 2017 vorlegen. Der Energiekonzern hatte im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Rekordverlust von 1,25 Mrd CHF geschrieben.

kw/cf

(AWP)