Axpo startet in Deutschland Strom-Handelsplattform auf Blockchain-Basis

Der Stromkonzern Axpo startet in Deutschland eine Strom-Handelsplattform auf Basis der Blockchain-Technologie. Die Kunden der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) könnten ab sofort ihren digital Strom-Mix selbst zusammenstellen, teilte Axpo am Montag mit. Regionalen Betreibern von Solar-, Windkraft-, Wasserkraft- und Biomasseanlagen biete sich derweil die Möglichkeit, ihren selbst produzierten Strom direkt an die Endverbraucher zu verkaufen.
20.11.2017 12:41

Die Idee für die unter dem Namen "Elblox" laufende Plattform sei 2015 von einem Experten-Team der Axpo Gruppe entwickelt und 2016 erfolgreich im Labor getestet worden, heisst es weiter. In der Plattform laufen laut den Angaben sämtliche Daten in Bezug auf Produktion, Verbrauch und vertragliche Beziehungen zwischen den Teilnehmern der Plattform zusammen.

Die Blockchain stelle sicher, dass die Informationen zur Produktion und deren Vermarktung für jede Anlage dokumentiert sind, schreibt Axpo. So lasse sich jede produzierte Kilowattstunde Strom eindeutig einem Verbraucher zuordnen. Diese Nähe zum Stromproduzenten und die Möglichkeit, sich einen "personalisierten Strom-Mix" zusammenzustellen, dürfte beim Kunden gut ankommen und dafür sorgen, dass Stromproduzenten einen höheren Erlös als auf dem Markt erzielen könnten, hofft das Stromunternehmen.

Die Blockchain-Technologie verändere bisherige Geschäftsmodelle und könne dafür sorgen, dass die heutige Wertschöpfungskette mit mehreren Handels- und Prozessstufen zwischen Stromproduzent und Stromkonsument irgendwann nicht mehr notwendig sei, beziehungsweise durch neue Modelle ergänzt werde, so das Unternehmen weiter. Axpo wolle als grösste Schweizer Produzentin erneuerbarer Energien und als europaweit tätige Stromhändlerin die Veränderung "aktiv mitgestalten". Die Blockchain-Technologie liegt Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum zugrunde.

tp/cf

(AWP)