Azevêdo als Chef der Welthandelsorganisation wiedergewählt

Der Brasilianer Roberto Azevêdo bleibt weitere vier Jahre Chef der Welthandelsorganisation (WTO). Er wurde am Dienstag für eine zweite Amtszeit vom Allgemeinen Rat der Organisation gewählt, wie die WTO in Genf mitteilte. Das Ergebnis war keine Überraschung. Gegenkandidaten zu dem 59-Jährigen, der die WTO seit September 2013 leitet, gab es nicht.
28.02.2017 15:48

Die Wahl kam kurz nach einem Meilenstein für den internationalen Handel. Das erste weltumspannende Abkommen zur Erleichterung des Handels (TFA) seit mehr als 20 Jahren trat am vergangenen Mittwoch in Kraft. Es soll die Bürokratie im Warenverkehr über Grenzen hinweg abbauen und den globalen Austausch von Gütern beschleunigen.

In einem Interview warnte Azevêdo US-Präsident Donald Trump vor einer Abschottung der USA. "Wenn wir einen Handelskrieg erleben, wäre das katastrophal", sagte der WTO-Chef der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Besonders das Exportland Deutschland würde darunter leiden.

Die 1995 gegründete WTO setzt sich für die Liberalisierung des Welthandels ein. Eines ihrer wichtigsten Instrumente ist die Streitschlichtung. Die 164 Mitglieder können dort unfaire Handelspraktiken anzeigen. Schlichter weisen Klagen ab oder ordnen eine Änderung der beanstandeten Praxis an./saw/DP/tos

(AWP)