Bain und Cinven gewinnen Bieterkampf um Stada

(Ausführliche Fassung) - Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven haben den Bieterwettbewerb um den Generikahersteller Stada für sich entschieden. Dabei legte das Konsortium beim Preis noch eine Schippe drauf und setzte sich damit gegen die Konkurrenz aus Permira und Advent durch, wie aus einer Stada-Mitteilung vom Montagmorgen hervorgeht. Die Stada-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate legte sie am Morgen um gut 10 Prozent auf 64,10 Euro zu.
10.04.2017 08:59

Das Angebot bewertet Stada nun mit ungefähr 5,3 Milliarden Euro, rund 750 Millionen Euro mehr als zunächst vorgesehen. Dabei bieten Bain Capital und Cinven 65,28 je Aktie plus einer Dividende von 0,72 Euro je Aktie, sprich insgesamt 66 Euro je Aktie. Dies liegt deutlich über den 58 Euro je Aktie, die die beiden Konsortien ursprünglich geboten hatten. Damit die Offerte greift, müssen die bisherigen Anteilseigner mindestens 75 Prozent der Papiere Bain und Cinven zum Kauf anbieten.

ZUSAGEN AN MITARBEITER

Vorstand und Aufsichtsrat von Stada unterstützten das Angebot, wie Stada mitteilte. Bain Capital und Cinven hätten zudem umfangreiche Schutzbestimmungen für die Mitarbeiter, Standorte und Unternehmensstrategie zugesagt. So bleibe die Unternehmenszentrale von Stada in Bad Vilbel ebenso bestehen wie die wesentlichen anderen Standorte des Generikakonzerns. Bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge würden fortgeführt. Zudem hätte sich das Konsortium bereit erklärt, abseits des derzeit laufenden Umbauprogramms des Unternehmens vier Jahre lang keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

Das Angebot von Bain Capital und Cinven sei das "attraktivste" gewesen, erklärte Stada-Chef Matthias Wiedenfels. Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Oetker nannte das Angebot "das beste Gesamtpaket".

PROZESS SOLL IM SOMMER ABGESCHLOSSEN WERDEN

Er gehe davon aus, dass der Angebotsprozess im Sommer abgeschlossen werde, sagte Wiedenfels in einer Telefonkonferenz. Dabei will der Vorstandschef selbst an Bord bleiben und das im vergangenen Jahr lancierte Umbauprogramm weiter umsetzen, mit dem Stada Umsatz und Profitabilität steigern sowie seine Kosten senken will.

Zur Zukunft des Unternehmens an der Börse wollte sich Wiedenfels nicht konkret äussern. Er wolle derzeit nicht spekulieren, ob die Stada-Aktie von der Börse genommen werde, sagte er./nas/stw/stb

(AWP)