Bâloise-Aktien geben nach enttäuschenden Halbjahreszahlen nach

Zürich (awp) - Die Aktien der Bâloise Gruppe sind am Dienstag mit tieferen Kursen in den Handel gestartet. Der Versicherer musste im ersten Halbjahr die Reserven sowohl im deutschen Nichtlebengeschäft, als auch in der Lebensparte stärken und hat dadurch einen deutlicheren Gewinnrückgang erlitten, als dies im Vorfeld der Zahlenpublikation von Analysten erwartet worden war. Operativ sei die Bâloise ansonsten aber auf einem guten Weg, heisst es in Analystenkreisen weiter.
30.08.2016 09:23

Bis um 09.15 Uhr verlieren die Bâloise-Papiere 1,2% auf 110,50 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) leicht um 0,26% zulegt. Bâloise haben bereits in den vergangenen Handelstagen an Wert eingebüsst, hatte doch die Aktie vor einer Woche noch einen Wert von rund 114 CHF.

Das erste Halbjahr sei von Reserveverstärkungen in der Nichtslebens- und der Lebensversicherung negativ gekennzeichnet, schreibt Georg Marti von der ZKB. Er macht unter anderem negative Zinseinflüsse, aber auch Altlasten im Nichtlebensgeschäft für diese Verstärkungen verantwortlich. Dank einem guten Anlageergebnis und einer nur moderaten Steuerlast hätten diese Effekte etwas gemildert werden können, so Marti.

Etwas kritischer äussert sich sein Berufskollege bei der Bank Vontobel. Stefan Schürmann zeigt sich von den Nachreservierungen in Deutschland negativ überrascht und bezeichnet die Situation im nördlichen Nachbarland als "nicht enden wollende Geschichte". Einmal mehr habe die Bâloise eine Aufräumaktion im deutschen Haftpflicht-Portfolio durchführen müssen. Gleichzeitig räumt Schürmann ein, dass das Ergebnis um diese Sonderbelastungen bereinigt insgesamt "solide" ausgefallen sei.

Die operativen Resultate seien besser als erwartet ausgefallen, dürften aber im Gegensatz zu den Problemen im Deutschland-Geschäft an der Börse weniger Aufmerksamkeit geniessen, heisst es im Kommentar von Kepler Cheuvreux. Enttäuschend sei zudem die anhaltende Volatilität im Ergebnisausweis der Lebensparte. Immerhin liege die Neugeschäftsmarge auf soliden 7,3%. Weiter hätte sich der zuständige Analyst, wie auch die Experten anderer Banken, ein Update zum Swiss Solvency Test erhofft.

Die Bâloise werde einiges an Zeit brauchen, um die Qualität des Deutschland-Geschäfts zu steigern, warnt die UBS. Schliesslich sei die Combined Ratio in Deutschland auch ohne die Einmalbelastung aus den Nachreservierungen mit 101% enttäuschend ausgefallen. Die Dividende scheint den Experten jedoch selbst nach der durchwachsenen ersten Jahreshälfte sicher.

Händlern zufolge hatten die Aktien von Bâloise schon in den Tagen vor der Halbjahresergebnispräsentation einen sehr schweren Stand. Auslöser seien Spekulationen rund um eine drohende Ergebnisenttäuschung gewesen. Diese Informationen hätten sich mit dem heutigen Tag als richtig erwiesen, so heisst es mit dem Verweis auf den schwächer als erwartet ausgefallenen Konzerngewinn.

mk/ra

(AWP)