Bâloise erzielt mehr Gewinn - Verbesserte Profitabilität in Deutschland

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Bâloise hat im ersten Halbjahr 2017 den Gewinn deutlich gesteigert und die Erwartungen am Markt damit übertroffen. In der Nichtlebenversicherung gelang es, dank einer guten Schadensbilanz sowie dem Wegfall von Nachreservierungen in Deutschland den Schaden-Kosten-Satz zu verbessern. Zudem stärkte die Bâloise die Reserven auch im Lebengeschäft weniger deutlich als noch vor Jahresfrist.
30.08.2017 09:02

Der Gewinn kletterte in den ersten sechs Monaten um 34% auf 298,6 Mio CHF, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Analysten hatten im Durchschnitt mit 282 Mio Gewinn gerechnet. Im Geschäftsvolumen wuchs die Gruppe hingegen nur leicht um 0,8% auf 5,67 Mrd. Das Wachstum sei vor allem in den Zielsegmenten erreicht worden, das heisst im Nichtlebengeschäft sowie bei den Prämien mit Anlagecharakter.

LUKRATIVES SCHWEIZER GESCHÄFT

Der Grossteil der Ergebnisverbesserung stammt aus dem Nichtlebengeschäft. Dort ging die Combined Ratio netto um 2,8 Prozentpunkte auf 89,7% zurück, wobei sich auch der Wert im Deutschland-Geschäft auf 99,5% (VJ 116,3%) unter die 100%-Marke verbessert hat. Wegen schwacher Resultate saniert die Bâloise ihr deutsches Industriegeschäft und setzt verstärkt auf KMU- und Privatkunden.

Auch in den weiteren Auslandmärkten Belgien (94,0%) und Luxemburg (89,7%) blieb die Bâloise mit der Combined Ratio unter der für die Profitabiltät massgebenden Schwelle von 100%. Die Schweiz brillierte gar mit einem Wert von 81,4%. Es habe im Halbjahr kaum Grossschäden gegeben und die Abwicklungsgewinne für Geschäft aus früheren Jahren bewegten sich auf nach wie vor hohem Niveau, begründet die Bâloise den Erfolg.

Der operative Gewinn EBIT nahm in der Nichtlebensparte um einen Viertel auf 261,2 Mio CHF zu, das Volumen stieg um 1,0% auf 2,15 Mrd.

NEUGESCHÄFTSMARGE STEIGT

Im Lebengeschäft sprang der EBIT auf 114,8 Mio CHF von zuvor 45,5 Mio. Aufgrund der leicht steigenden Zinsen musste der Versicherer seine Reserven weniger deutlich stärken als noch vor Jahresfrist.

Das Geschäftsvolumen lag in der Sparte mit 3,52 Mrd nur leicht über Vorjahr. Im einem immer noch von sehr tiefen Zinsen geprägten Marktumfeld fördert die Bâloise den Verkauf kapitalschonender Produkten. Die Prämien mit Anlagecharakter wuchsen um 2,9%, getragen vom Wachstum aus dem Geschäft in Luxemburg (+14%). Negativ auf das Wachstum wirkte sich dagegen der Verkauf des Lebensversicherungsbestandes der deutschen Basler Leben an die Frankfurter Leben-Gruppe aus.

Der verbesserte Geschäftsmix und die Zinsentwicklung hatten auch einen positiven Einfluss auf die Neugeschäftsmarge. Sie verbesserte sich auf 24,8% von 7,3% im Vorjahr.

Die Bankentochter SoBa erhöhte den Gewinn, getragen von der Zunahme des Zinserfolgs, um 1,6% auf 13,3 Mio CHF. Stark gewachsen ist das Institut in der Vermögensverwaltung (+30%).

SOLIDE BILANZ

In der Bilanz weist die Bâloise ein Eigenkapital in der Höhe von 5,89 Mrd CHF aus nach 5,79 Mrd zum Jahresende 2016. Die solide Kapitalisierung sei dabei durch das von Standard&Poor's bestätigte "A"-Rating noch unterstrichen worden und mit Blick auf die Kapitalvorgaben des "Swiss Solvency Test" liege man weiterhin im "grünen Bereich", so die Bâloise.

Mit den Kapitalanlagen erzielte der Versicherer eine nicht annualisierte Nettorendite von 1,4% (VJ 1,8%). Die wiederkehrenden Erträge aus dem Anlageportfolio fielen wegen der tiefen Zinsen und des verkauften deutschen Lebensversicherungsbestands um 60 Mio auf 671 Mio CHF zurück. Ausserdem seien die aus Anlageverkäufen realisierten Gewinne mit 143 Mio tiefer als im Vorjahr ausgefallen.

Zu den Geschäftszielen für das laufende Jahr macht die Gruppe keine Angaben. "Die Bâloise ist auf Kurs", wird CEO Gert De Winter in der Mitteilung zitiert. Im ersten Halbjahr habe man zahlreiche Produktinnovationen und Digitalisierungsinitiativen lanciert.

mk/ys

(AWP)