Bâloise hält nach Ablauf der Nachfrist nur gut 83% an Pax Anlage

(Meldung mit Hintergrund sowie dem aktuellen Aktienkurs ergänzt) - Die Bâloise hat im Rahmen des Übernahmeangebots für die Pax Anlage AG das provisorische Endergebnis publiziert. Zum Ablauf der Nachfrist am (gestrigen) 16. Mai hält der Versicherer 83,16% der Stimmrechte und des Aktienkapitals der Immobiliengesellschaft. Das Angebot gilt bereits seit Ende April als zustande gekommen, noch wurden aber relativ viele Aktien nicht angedient.
17.05.2017 15:29

Im Rahmen des öffentlichen Angebots wurden der Bâloise laut Mitteilung vom Mittwoch 21'151 Pax-Anlage-Aktien angedient, entsprechend 11,75% aller Titel bzw. 41,1% der Titel, auf die sich das Angebot bezog. Das definitive Endergebnis sowie allfällige nächste Schritte würden am 22. Mai bekanntgeben gegeben, hiess es zudem. Der Vollzug der Transaktion ist nach wie vor für den 30. Mai geplant.

Die Bâloise hatte die Übernahme im Januar mit dem Kauf von drei Aktienpaketen über knapp 71% der Titel aufgegleist. Die drei Pakete stammten von Pax Holding (Genossenschaft) und der Pax Lebensversicherungs-Gesellschaft (zusammen 57,63%) sowie von der Nürnberger Lebensversicherung (13,33%). Weitere 803 Pax-Aktien hatte die Bâloise börslich oder ausserbörslich erworben.

Am 27. März lancierten die Basler das öffentliche Kaufangebot für alle sich im Publikum befindenden Namenaktien der Pax Anlage zu einem Preis von 1'600 CHF je Titel in bar. Den Publikumsaktionären wurde dabei der gleiche Preis wie den drei verkaufenden Grossaktionären angeboten.

PAX-ANLEGER WARTEN AB

Die "Finanz und Wirtschaft" hatte in der Samstagsausgabe (13.05.) berichtet, dass die Bâloise offenbar Mühe bekundet, alle Aktionäre der Pax Anlage AG zum Verkauf ihrer Aktien zu bewegen. Minderheitsaktionäre mit substanziellen Positionen würden ihre Aktien behalten und abwarten, hiess es im "FuW"-Bericht. Sie setzten darauf, dass Bâloise das Angebot aufbessere.

Allerdings hiess es in der "FuW" auch, dass eine Angebotsaufbesserung aus rechtlichen Gründen nicht so rasch vonstattengeht. Erstmals möglich wäre das kurz vor Jahresende, wenn die sogenannte Best-Preis-Regel nicht mehr gelte.

Als Grund dazu führen die Investoren gemäss dem Blatt den von Bâloise gebotenen Preis von 1'600 CHF je Aktie an. Das seien zwar fast 20% mehr als zum Zeitpunkt der Kaufankündigung im Januar, aber gleichzeitig weniger als die 1'705 CHF, die Pax Anlage als inneren Wert der Aktie per Ende 2016 ausweise, heisst es.

An der Börse gehen die Aktien der Pax Anlage am Mittwoch bis um 15.10 Uhr mit 1'689 CHF ebenfalls über dem Angebotspreis um. Zum Vortagesschlusskurs verlieren sie derweil 0,3%.

mk/uh

(AWP)