Bâloise steigert den Gewinn und erhöht Dividende - Ziele bestätigt

(mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Bâloise hat im Geschäftsjahr 2016 entgegen den Markterwartungen mehr Gewinn erzielt und erhöht die Dividende. Der Versicherer profitierte von einem günstigen Schadenverlauf im Nichtlebengeschäft und setzt in der Lebensparte weiterhin verstärkt auf kapitalschonende Produkte. Weitere Ertragsverbesserungen soll die Sanierung des Deutschland-Geschäfts liefern.
23.03.2017 09:30

Der Gewinn stieg 2016 um 4,4% auf 534,8 Mio CHF. Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) lediglich mit 478 Mio CHF gerechnet. Reservestärkungen im deutschen Nichtlebengeschäft belasteten das Ergebnis mit 37,9 Mio, wie der Versicherer am Donnerstag mitteilte. Gleichzeitig wurde das Ergebnis aber in etwa im gleichen Ausmass von einer buchhalterischen Entlastung bei den Pensionsrückstellungen (IAS 19) begünstigt. Das Geschäftsvolumen der Gruppe sank derweil leicht um 0,1% auf 8,91 Mrd CHF, wobei die Abnahme in Lokalwährungen mit 1,0% etwas höher war.

WENIGER ELEMENTARSCHÄDEN

Gut entwickelte sich das Nichtlebengeschäft, bei dem sich der wichtige Schaden-Kostensatz gegenüber dem Vorjahr trotz Nachreservierungen in Deutschland und einer etwas höheren Grossschadenlast um 1,1 Prozentpunkte auf netto 92,2% verbesserte. Damit bewegt sich der Wert in der mittelfristig angepeilten Bandbreite von 90-95%.

Ohne die Belastungen aus Deutschland wäre die Combined Ratio sogar auf 90,3% zurückgefallen, erklärte CEO Gert de Winter an einer Telefonkonferenz. Grund dafür waren den Angaben zufolge die etwas höheren Abwicklungsgewinne für Geschäfte aus früheren Jahren sowie tiefere Elementarschäden aus Überschwemmungen in der Schweiz.

Das Prämienvolumen hier stieg um 3,0% auf 3,14 Mrd CHF. Gewachsen ist man in Luxemburg (+7,1%), Belgien (+6,6%) und Deutschland (+2,9%), während sich das Volumen im Heimmarkt aufgrund einer selektiven Zeichnungspolitik im Kranken- und Unfallgeschäft stabil entwickelt hat. Der EBIT lag in der Nichtlebensparte mit 396 Mio CHF leicht über Vorjahr.

GEZIELTES WACHSTUM

In der Lebensversicherung sank der Betriebsgewinn derweil auf 226 Mio CHF - aufgrund der tiefen Zinsen habe man die Reserven in der Lebensversicherung markant um 317 Mio gestärkt, hiess es dazu.

Das Ziel von Bâloise hier ist es, den Geschäftsmix weg vom klassischen Lebensgeschäft zu bewegen. So sanken die Einnahmen mit traditionellen Produkten um 5,6%, während die Prämien mit Anlagecharakter um 5,5% zulegten. Insgesamt nahm das Volumen in der Lebensparte um 1,7% auf 3,57 Mrd CHF ab, wobei sich die Neugeschäftsmarge dank Verbesserungen in der Schweiz stark auf 21,3% nach 9,8% im Vorjahr erhöhte.

MEHR DIVIDENDE

In der Bilanz weist die Bâloise ein Eigenkapital in der Höhe von 5,77 Mrd CHF aus nach 5,46 Mrd zum Jahresende 2015. Das Ziel einer Eigenkapitalrendite im Bereich von 8 bis 12% wurde mit einem Wert von 9,7% (9,8%) erneut erreicht.

Auf den Kapitalanlagen erzielte die Gruppe eine Nettorendite von 2,9% nach 3,0% im Vorjahr. Während die Renditeliegenschaften und Hypotheken ein stabiler Anlagepfeiler geblieben seien, mussten auf Finanzanlagen mit Eigenkapitalcharakter Wertberichtigungen in Höhe von 108 Mio CHF (VJ 72,0 Mio) vorgenommen werden.

Den Aktionären soll eine um 20 Rappen auf 5,20 CHF je Aktie erhöhte Dividende ausgeschüttet werden. Der bereits angekündigte Aktienrückkauf im Umfang von bis zu 3 Mio Aktien soll noch im ersten Halbjahr lanciert werden.

DEUTSCHLAND SANIEREN

Im Ausblick richtet sich der Fokus auf das Erreichen der mittelfristigen Zielsetzungen. "Mit Beginn des Jahres 2017 begibt sich die Bâloise auf ihre strategische Reise 'Simply Safe'", sagt der CEO in der Mitteilung. Die in diesem Zusammenhang geltenden Ziele lauten: Rückfluss von 2 Mrd CHF Barmittel in die Holdinggesellschaft, 1 Mio beziehungsweise 30% zusätzliche Kunden sowie den Aufstieg zu einer der beliebtesten Arbeitgeberinnen in der Branche.

Derweil will die Bâloise das Deutschland-Geschäft weiter restrukturieren, um es profitabler zu machen. Dabei fokussiere man sich einerseits auf die weitere Sanierung des Industriegeschäfts und andererseits auf Wachstum im Privatkunden- und KMU-Geschäft, erklärte der CEO. Der Schaden-Kosten-Satz in Deutschland soll nach hohen 109,7% im vergangenen Jahr, 2017 auf unter 100% verbessert werden. Wachsen will man auch mit Initiativen wie dem zuletzt lancierten Mobile-Fahrzeugversicherer "Friday".

mk/uh/dm

(AWP)